Berlin : Berlin rutscht auf Schnee und Eis in die neue Woche

BERLIN (cs/-pen).Regen, Blitzeis, Schnee, Kälte, und dann wieder Regen - alles ist möglich auf 52 Grad nördlicher Breite im Dezember.Und so wird Berlin vom vergangenen bis zum nächsten Wochenende durch ein Wechselbad der Wettergefühle gehen.Hatte die Stadtreinigung am Sonnabend beim plötzlichen Eisgang auf den Straßen noch alle Hände voll zu tun, so werden die Männer in Orange in der zweiten Wochenhälfte wohl im strömenden Regen fegen.Keine guten Aussichten für weiße Weihnachten.Aber heute steht der Stadt noch einmal eine Herausforderung mit Eis und Schnee bevor.Durch das Schneegestöber der letzten Nacht sind die Straßen spiegelglatt geworden.Dabei ist manches romantisch: Die weiße Decke.Schneemänner.Schlitten haben Dachböden und Keller verlassen.Gut sechs Zentimeter Schnee hatten sich bis gestern angehäuft.Ein bißchen könnte heute noch dazukommen.Knapp unter Null, da bleiben die Flocken liegen.Nachts sowieso, denn wenn auch die ursprünglich prognostizierten minus 10 bis 15 Grad sich schon wieder still in ihre Prognose zurükgezogen haben - minus 6 reichen ja auch.In der zweiten Wochenhälfte aber werden die Schneemänner wohl still zusammensinken und die Schlitten im Keller verschwinden.Übereinstimmend sagen die Meteorologen "deutliche Milderung" voraus.Plus vier bis plus sechs könnte es werden, sagt Meteofax-Meteorologe Ansgar Engel.Und bei eher frühlingshaftem Südwestwind ist es mit dem Winter vorerst vorbei.Das ist auch gut für das Renommee der Langfrist-Meteorologen von der Freien Universität (FU).Zwar gehen die Voraussagen der beiden Parteien dort mitunter heftig auseinander, aber für den Dezember waren sie sich ziemlich einig: Bei den einen soll der Monat ein Grad zu warm werden, bei den anderen sogar zwei.Da er in seiner ersten Woche bisher deutlich zu kalt war, müßte er sich nun vergleichsweise ins Mollige wenden, um der Prognose noch gerecht zu werden.Meteorologen spotten zwar immer noch gerne, wenn einer der ihren zwei oder drei Wochen vorher weiße oder grüne Weihnachten verkündet.Aber die Fraktion der Grünen hat die Statistik für sich.Denn weiß ist das Weihnachtsfest nur alle fünf bis sieben Jahre.Das Hin und Her im Wettergeschehen und bei den Vorhersagen hat jedenfalls die Autofahrer sowie die Stadtreiniger durcheinandergebracht und in ständiger Wachsamkeit gehalten, was sich durchaus positiv auswirkte.Wer am Steuer saß, war auf alles gefaßt und fuhr entsprechend vorsichtig, stellte die Polizei gestern im Rückblick auf die gefährliche Eisglätte am späten Sonnabend fest.Es gab kaum mehr Unfälle.Am gestrigen Sonntag lief der Verkehr dann wieder weitgehend normal, die meisten Straßen waren tagsüber aufgetaut, ihre geringe Schneedecke verwandelte sich schnell in Matsch.Abends waren die Straßen wieder vereist, zwischen 19 und 21 Uhr gab es 29 Verkehrsunfälle.Die Berliner Stadtreinigung hatte rund 170 große und 250 kleine Streufahrzeuge sowie 700 Handreiniger im Einsatz.Sie beseitigten den Schnee, streuten Splitt und an stark befahrenen Stellen auch Feuchtsalz.Zugleich wurden die Schneepflüge am Sonntag morgen startklar gemacht, denn für die Nacht zum Montag sagten die Meteorologen zu diesem Zeitpunkt noch dichte Flockenwirbel voraus.Später klangen die Prognosen dann schon weniger dramatisch.Wie auch immer: Die BSR machte sich am Sonntag für einen weiteren Großeinsatz bereit.In Berlin muß sie nach ihren Angaben alleine auf den Hauptstraßen rund 1600 Kilometer und 7500 Kreuzungen von Eis und Schnee befreien.Nach diesem Pensum kommen dann weitere 1800 Kilometer Nebenstraßen hinzu, wobei hier jene Strecken bevorzugt geräumt werden, auf denen BVG-Busse verkehren.

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