Berlin : Berlin saniert, um Energie zu sparen

Stefan Jacobs

Das Land stellt kurzfristig 20 Millionen Euro zur energetischen Sanierung von Schulen und Kitas bereit. Nach Auskunft von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) wurde eine Liste mit 255 besonders maroden Energiefressern erarbeitet. Darin sind 120 Schulen und deren Sporthallen, 84 Kitas und 51 weitere Sporteinrichtungen enthalten.

Im ersten Schritt sollen je 15 Schulen und Kitas sowie drei Schwimmbäder saniert werden. Allein dafür wurden eine jährliche Heizkostenersparnis von etwa 600 000 Euro und die Vermeidung von 1775 Tonnen Kohlendioxid errechnet.

Die 20 Millionen Euro vom Land sind die Kofinanzierung eines Investitionspakts, zu dem der Bund rund zehn Millionen Euro beisteuert. Das Bundesprogramm soll bis 2013 fortgesetzt und vom Land weiter genutzt werden.

Die Schulen und Kitas auf der Prioritätenliste verteilen sich auf alle Bezirke und ermöglichen durch Dämmung von Wänden und Dach sowie den Austausch von Fenstern und Heizungsanlagen Einsparungen etwa zwischen 50 und 70 Prozent. Bei den Schwimmhallen ist die anteilige Ersparnis nur deshalb geringer, weil die meiste Energie dort fürs warme Wasser benötigt wird.

Berlin gibt pro Jahr rund 160 Millionen Euro für die Energieversorgung seiner Gebäude aus. „Insofern ist es das Mindeste, dass das Land wenigstens die Bundeszuschüsse abgreift“, sagt Michael Schäfer, Energieexperte der Grünen. Er fordert, dass das Land künftig auch zinsgünstige KfW-Kredite aufnimmt, um seinen Gebäudebestand zu sanieren. Zurzeit dürfen keine neuen Schulden gemacht werden – selbst wenn das Geld durch die Energieeinsparung absehbar wieder hereinkommt. Nach Auskunft von Junge-Reyer prüft die Finanzverwaltung zurzeit, ob die Vorgaben gelockert werden. Stefan Jacobs

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