Berlin-Schöneberg : Erziehernotstand in Schöneberger Schule

Weil zu viele Erzieher krank sind, werden Eltern gebeten, ihre Kinder früher aus der Schule abzuholen.

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Blick in ein Klassenzimmer.
Blick in ein Klassenzimmer.Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Einen solchen Brief hatten schon viele Eltern von Grundschulkindern in der Hand – und wohl keine Mutter und kein Vater liest ihn gern, schon gar nicht im Vorweihnachtsstress: Die Bitte der Schule, die Kinder früher abzuholen und wenn möglich nicht die Notbetreuung in Anspruch zu nehmen. Ein solches Schreiben flattert meistens dann ins Haus, wenn an der Schule Fortbildungen stattfinden, wenn Lehrer und Erzieher Konferenztag haben – oder wie jetzt an der Teltow-Grundschule in Schöneberg, weil zu viele Erzieher gleichzeitig krank sind.

An den Tagen bis Donnerstag, dem letzten Schultag vor den Weihnachtsferien, so die Bitte, sollen die Eltern von Erst- und Zweitklässlern ihre Kinder wenn möglich schon um 12.30 Uhr nach dem Mittagessen abholen. Betroffen sind rund 140 Kinder. Normalerweise ist dort bis 16 Uhr Schule, die Teltowschule ist eine gebundene Ganztagsschule.

Elternvertreter haben zugestimmt

Zwölf von 28 Erziehern der Schule seien derzeit erkrankt, bestätigt Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). „Als am Montagmorgen eine Krankmeldung nach der anderen hereinkam, mussten wir reagieren“, sagt Schulleiterin Erdmute Schendel. Sie habe sich mit Elternvertretern abgesprochen und mit deren Einverständnis ein Schreiben aufgesetzt, das Eltern in die Hand gegeben wurde, die ihre Kinder morgens in die Schule brachten. „Das ist aber alles auf freiwilliger Basis“, betont Schendel, die Betreuung bis 16 Uhr sei gewährleistet.

Einige Eltern seien verärgert gewesen, viele hätten aber verständnisvoll reagiert. „Manche haben sich sogar gefreut, weil es sonst bei uns ja nicht möglich ist, die Kinder früher abzuholen. Und einige boten an, noch ein anderes Kind mit nach Hause zu nehmen“, sagt Schendel.

Ein zusätzlicher Erzieher ab Dienstag

Etwas Entlastung ist in Sicht: Ab Dienstag kommt ein zusätzlicher Erzieher an die Schule, der eigentlich erst Anfang Januar dort anfangen sollte.

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