Berlin-Spandau : Wie viel Platz braucht ein Hummer im Supermarkt?

Mit dem Lebensraum von Schalentieren in Gefangenschaft muss sich jetzt das Verwaltungsgericht beschäftigen. Die Kläger betreiben in Spandau einen Supermarkt.

Rainer W. During
Lebende Tiere werden streng geschützt
Lebende Tiere werden streng geschütztFoto: dpa

Wieviel Platz braucht ein Hummer im Supermarkt? Mit dem Lebensraum von Schalentieren in Gefangenschaft muss sich jetzt das Berliner Verwaltungsgericht beschäftigen. Ein Einzelhändler klagt gegen Auflagen des Bezirksamtes. Die Kläger betreiben in Spandau einen großen Einkaufsmarkt, in dem auch lebende Schalentiere angeboten werden.

Wassertemperatur: 5 Grad

Das rief das bezirkliche Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt auf den Plan. Dessen Vertreter ordneten verschiedene tierschutzrechtliche Maßnahmen zur artgerechten Haltung der für den Verkauf bestimmten, lebenden Hummer und Krebstiere an. So sollen die Hummer jeweils in Behältnissen mit einer freien Grundfläche von 290 Quadratzentimetern je 550 Gramm Lebendgewicht und mit Rückzugsmöglichkeiten bei einer Wassertemperatur um fünf Grad gehalten werden.

Aggressive Tiere müssen vorrangig verkauft werden

Eine weitere Auflage sieht vor, dass aggressive Tiere vorrangig verkauft und kranke oder tote Tiere aus den Behältnissen entfernt werden sollen. Die Abgabe lebender Hummer an Endverbraucher wurde dem Supermarkt untersagt.

Keine Abgabe an Endverbraucher

Die Supermarktbesitzer klagen gegen diese Auflagen. Nachdem das Gericht bereits im vergangenen Jahr das Gutachten eines Sachverständigen eingeholt hat, muss die zuständige Kammer jetzt entscheiden, welche der Auflagen rechtmäßig sind. Die Kläger werden von dem Münchner Rechtsanwalt Alfred Hagen Meyer vertreten, der Honorarprofessor ist ein Experte für Lebensmittelrecht. Weder Meyer noch der für das beklagte Amt zuständige Stadtrat Stephan Machulik waren für Stellungnahmen erreichbar.

Nicht mal das KaDeWe bietet lebende Hummer mehr an

Der Handel mit lebendenden Hummern ist sehr ungewöhnlich: Selbst das KaDeWe bietet diese nicht mehr lebend an, weil die Auflagen so hoch sind.

Die Verhandlung findet am Mittwoch, dem 15. Februar, ab zehn Uhr vor dem Verwaltungsgericht in der Kirchstraße 7 statt.

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