• Berlin - Stadt der Abenteuer. 700 Kinder und Eltern werden in den Osterferien mit dem Tagesspiegel elf geheime Orte erkunden

Berlin : Berlin - Stadt der Abenteuer. 700 Kinder und Eltern werden in den Osterferien mit dem Tagesspiegel elf geheime Orte erkunden

Christoph Stollowsky

Liebe Tagesspiegel-Redaktion

Mein Name ist Maximilian. Ich bin 6 Jahre alt. An meinem letzten Geburtstag habe ich ein Vampirfest mit meinen Freunden gefeiert und würde bei der Geheimnistour gerne echte Vampire in der Zitadelle sehen. Ich würde gerne meinen Opa mitnehmen, weil er sich für alles interessiert.

Maximilian Ley aus der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg will unbedingt dabei sein, wenn 60 Kinder zwischen 6 und 16 Jahren während der Osterferien die Fledermausgewölbe in der Spandauer Zitadelle besuchen und danach sogar in einem Schauraum des Vereins "Vespertilio" ein paar Flattertiere streicheln dürfen. "Vespertilio" heißt Fledermaus - und natürlich lernen die Kinder in einer solchen Gesellschaft auch echte Vampire kennen, eine besondere Art aus Südamerika. Sie hat scharfe Zähnchen, ritzt nachts die Haut von Rindern an und saugt das Blut auf.

Geheimnistour ins Reich der Finsternis. Da dürfen Maximilian und sein Großvater nicht fehlen, zumal man einem solchen neugierigen Gespann Tür und Tor öffenen sollte. Also erfüllten wir den Wunsch der beiden ausnahmsweise ohne Verlosung, doch ansonsten entschied das Glück, welche Kinder an den elf Geheimnistouren des Tagesspiegels im Rahmen unserer Serie "Berlins geheime Orte" teilnehmen können. Denn seit wir am Sonntag, 26. März, auf einer Sonderseite alle Ausflüge hinter die Kulissen der Stadt vorstellten, brach ein Ansturm los.

Bereits zum dritten Male veranstaltet der Tagesspiegel eine solche Aktion während der Osterferien. Und erneut wuchs in der Redaktion ein bunter Berg aus Kinderpost. So viele mit Herzchen, Blumen und Schnörkeln geschmückte Karten und Briefe von Kindern und Jugendlichen bekommt eine Zeitung selten. Ein herzliches Dankeschön dafür. Zählt man alle zusammen, die "gerne mitmachen" wollten, so sind es gut 2500 Kinder und Eltern. Am liebsten hätten wir ja alle mitgenommen, aber bei einem derartigen Andrang müssten unsere geheimen Orte wegen Überfüllung schließen. Im Trickfilmstudio oder im Musical-Theater am Potsdamer Platz käme niemand mehr so recht zum Arbeiten, in der Gruft der Parochialkirche müsstet ihr Schlange stehen, und Magier Jack Reynolds könnte vor lauter Zauberlehrlingen die eigene Zauberei vergessen.

Deshalb haben wir alle Plätze ausgelost und die Gewinner bereits angerufen. Insgesamt werden rund 600 Kinder, Eltern und Großeltern an elf Touren teilnehmen, für weitere 100 Neugierige haben wir noch schnell drei Zusatzausflüge zum Zauberer und in den Tierpark verabredet, weil besonders viele Kinder den Keller der schwarzen Künste erleben oder das Rüsselchen des kleinen Elefanten Tutume schütteln wollten.

Wer dennoch keinen Anruf bekam - bitte nicht traurig sein. Zu dieser Serie gehören nun mal ein wenig Spannung und Glücksspiel. Außerdem gibt es einen kleinen Trost. Pünktlich zur Geheimnisaktion haben wir gemeinsam mit dem Nicolai-Verlag ein Taschenbuch veröffentlicht, das euch 27 Abenteuertouren durch Berlin vorstellt. Alles Ausflüge, die ihr auch ohne unsere Hilfe organisieren könnt (Geheime Orte für Kinder, 19,80). Aber nun zurück zum bunten Kartenberg. Wühlen wir noch ein bisschen. "Allerliebste Wünsche" sind darunter, "absolut einzige Favoriten", "ultraeilige Turbokarten" oder wahre Bekenntnisse, beispielsweise von Angelina Ewald aus Lichterfelde. "Ich liebe Tiere über alles." Ein Neunjähriger aus der Carl-Schurz-Straße in Spandau will "zum Hokuspokus im Keller", schreibt er, "weil ich mit Vornamen Merlin heiße." Verständlich. Olga Gebhard (9) aus Steglitz hat einen Elefanten unter Palmen in Filz ausgeschnitten und aufgeklebt. Der siebenjährige Gino Casati aus Frohnau schickt uns eine Art Zombie, für dessen Mund er mindestens einen Rotstift aufbrauchte. "Dieser Vampir", steht daneben, "ist total verrückt auf Blut." Und Melanie Kölling (11) aus dem Alfred-Rojek-Weg in Rudow hat einem Gespenst einen winzigen Blumenstrauß in die Knochenhand gedrückt. Vermutlich wird es bei unserer Tour durchs schaurige Berlin auftauchen. Die Blüten hat sie aus Seidenpapier gefaltet und aufgeklebt. Darüber steht: "Ein paar Geisterblumen von mir für Dich."

Kompliment übrigens an die Post. Sie hat sogar eine Karte unbeschadet transportiert, die Jens Freudenthal aus der Kreuzberger Schönleinstraße mit echten Rosenblättern dekorierte. "Heiße Modellbahnfans" wie der zehnjährige Marwin Bannehr vom Ostpreußendamm machten uns dagegen begeistert klar, warum die Tour zu Berlins größter Mini-Eisenbahn am Gleisdreieck nicht ohne sie und ihre Väter oder Großväter stattfinden kann. Marvin: "Es ist mein größtes Hobby. Opa hilft mir oft dabei."

Überhaupt - großartige Omas und Opas gibt es in Berlin jede Menge. Etliche haben unsere Sonderseite studiert und eine Karte für ihre Enkel losgeschickt. Zum Beispiel Eveline Fahrenwald. "Mein Enkel Alexander möchte Zoodirektor werden. Deshalb interessieren wir uns für den Tierpark." Umgekehrt haben manche Kinder ihre Eltern eingecheckt ("Mama würde soooooo gerne mitkommen") oder Eltern ihren Nachwuchs top secret angemeldet - als Geburtstagsgeschenk und Überraschungsosterei. Eine doppelte Geheimnistour sozusagen. Dann riefen wir, versteht sich, erst zu später Stunde an und haben die Sache klargemacht.

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