Berlin : Berlin-Statistik: Hunde würden nach Steglitz-Zehlendorf ziehen

Alex Krämer

In der Innenstadt scheinen die meisten Hunde auf einem Haufen zu leben - doch wer sich aufgrund persönlicher Glückserlebnisse auf dem Trottoir zu dieser Ansicht verleitet lässt, liegt falsch: 102 555 Hunde gibt es, mehr als jeder zehnte davon lebt in Reinickendorf: 10 983. Reinickendorf ist auch der Bezirk mit der größten Hundedichte, auf tausend Einwohner kommen hier 44 Hunde. Dass das so ist, muss aber an den Menschen liegen. Hunde würden lieber nach Steglitz-Zehlendorf ziehen, denn hier gibt es mit 107 Stück pro Kilometer die meisten Straßenbäume. Reinickendorf liegt mit 93 pro Kilometer nur im Mittelfeld.

Ein Rätsel, das sich auch die Statistiker nicht erklären können, geben die Geburtenzahlen auf: Warum werden in Lichtenberg-Hohenschönhausen so wenige Jungen geboren? 106 Jungen auf 100 Mädchen, das wäre die normale Verteilung. In Lichtenberg-Hohenschönhausen aber sind es nur 97, während Charlottenburg-Wilmersdorf nach oben ausreißt: Hier kommen 112 Jungen auf 100 Mädchen. Die begeistertsten Wochenmarkteinkäufer leben in Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg. Mehr als 15 Marktstände kommen hier auf 10 000 Einwohner.

Der bevölkerungsreichste Bezirk ist jetzt Tempelhof-Schöneberg mit 338 128 Menschen. Ziel der Bezirksreform war es, Bezirke mit in etwa gleich vielen Einwohnern zu schaffen. Das ist relativ gut gelungen. In Treptow-Köpenick leben 229 404 Menschen, obwohl es der Bezirk mit den wenigsten Einwohnern ist. Vor der Reform waren die Unterschiede viel größer: Mitte lag mit 73 000 Einwohnern am Ende, Neukölln 307 000 Menschen vorne.

Der Bezirk mit den wenigsten Menschen ist jetzt gleichzeitig der mit dem meisten Platz. Treptow-Köpenick ist fast 17 Quadratkilometer groß. Davon sind nur 42,2 Prozent bebaut. Der Rest besteht aus Wald und Wasser, hier liegt auch der größte See Berlins, der Große Müggelsee mit 766,2 Hektar. Außerdem liegt hier die längste Straße Berlins: Das Adlergestell führt von Schöneweide bis nach Schmöckwitz und ist 13 Kilometer lang. Um den höchsten Berg muss sich Treptow-Köpenick aber mit Charlottenburg-Wilmersdorf streiten. Teufelsberg und Müggelberge sind mit 115 Metern gleich hoch.

Das Haushaltseinkommen ist in Zehlendorf-Steglitz am höchsten: 3450 Mark netto im Monat. An zweiter Stelle folgt dichtauf Marzahn-Hellersdorf mit 3150 Mark im Monat. Hier gibt es allerdings viele Haushalte mit Doppelverdienern. Obwohl die Menschen am östlichen Stadtrand relativ gut verdienen, wohnen sie beengt: 32,2 Quadratmeter Wohnfläche hat jeder zur Verfügung, das ist der niedrigste Wert der Stadt.

Mit 370 Autos pro tausend Einwohnern brummt Berlin zwar, reicht aber nicht an München und Hamburg heran. In der Innenstadt ist die Zahl der Autos pro Nase am niedrigsten: In Mitte kommen 300 auf tausend Einwohner, in Kreuzberg-Friedrichshain sind es sogar nur 274. Trotzdem gibt es in diesen Bezirken die meisten Unfälle. Mehr als 60 je Straßenkilometer im Jahr. In Zehlendorf sind es weniger als 17. Und das, obwohl genau hier die Autodichte am größten ist: 428 Autos pro tausend Einwohner.

Das höchste Gebäude ist immer noch der Fernsehturm, 368 Meter ist er hoch. Mitte ist aber auch für kleine Dinge gut: Hier gibt es in der Rungestraße das schmalste Haus, das nur 3,5 Meter breit ist, und die kürzeste Straße. Die Eiergasse im Nikolaiviertel ist nach 16 Metern schon wieder zu Ende.

In Charlottenburg-Wilmersdorf müssten die Menschen eigentlich die besten Zähne haben: Hier kommen 120 Zahnärzte auf 100 000 Einwohner, das ist die mit Abstand größte Zahnarztdichte Berlins. Direkt nebenan, in Spandau gibt es nur 73 auf 100 000 Einwohner. Vielleicht fahren die Spandauer aber ja auch einfach alle nach Charlottenburg zum Zahnarzt.

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