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Berlin-Steglitz-Zehlendorf : Bezirksamt hält Bierpinsel-Verkauf für ein Missverständnis

Das Steglitzer Wahrzeichen sollte nach Jahren des Leerstands den Besitzer wechseln. Daraus wird wohl erstmal nichts.

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Bierpinsel in der Schloßstraße in Berlin-Steglitz.
Bierpinsel in der Schloßstraße in Berlin-Steglitz.Foto: Thilo Rückeis

Der bei Sothebys angebotene Bierpinsel in der Steglitzer Schlossstraße könne ohne die Zustimmung des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf nicht verkauft werden. Denn, so heißt es aus der Abteilung Immobilien des Bezirks, das Grundstück, auf dem der Turm steht, gehöre dem Bezirk. Für die 200 Quadratmeter große Fläche wurde 1976 ein Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen, der – durch Nachverträge ergänzt – noch bis zum 30.November 2041 gilt.

Im Vertrag ist eine gastronomische Nutzung des Bierpinsels festgeschrieben. Eine Nutzung zum Beispiel als Wohnturm oder als Start-Up-Gebäude sei nach geltender Vertragslage ausgeschlossen. Der unter Denkmalschutz stehende Turm selber befindet sich im Eigentum der Schlossturm GmbH. Für Bau- und Immobilienstadträtin Maren Schellenberg (Grüne), ist die Sothebys-Auktion „entweder ein Missverständnis oder unser Vertragspartner versucht, eine bessere Verhandlungsposition zu erreichen“.

Der Turm scheint wandelbar

Erst Anfang der Woche hatte der zuständige Makler der Immobilienagentur Sothebysrealty Berlin mitgeteilt, der Bierpinsel werde für einen Preis von etwa 3,2 Millionen Euro zum Verkauf angeboten. Es gäbe auch bereits einige Interessenten, die sich vorstellen könnten in dem 47-Meter hohen Turm Büros und Wohnungen einzurichten. Sollte der Turm nicht verkauft werden, wolle der Eigentümer laut "Berliner Morgenpost" über der Schloßstraße Räume für Start-Up-Unternehmen schaffen.

Das Gebäude steht seit über zehn Jahren leer. Erst im Frühjahr diesen Jahres hatte die Schlossturm GmbH erneut versprochen, bald ein Nutzungskonzept vorzulegen. Nach der Eröffnung des ersten Turmrestaurants 1976, beherbergte das Steglitzer Wahrzeichen unter anderem eine Diskothek, eine Sports-Bar und zuletzt ein Kunst-Café.

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