Berlin-Tegel : Bekannter Häftling stirbt in Zelle

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Einer der bekanntesten Häftlinge der JVA Tegel ist tot. Der wegen Mordes und Mordversuchs zwei Mal zu lebenslänglicher Haft verurteilte Herbert S. wurde gestern früh bei der morgendlichen Zellenkontrolle gefunden. Eine Justizsprecherin bestätigte dies auf Anfrage. Fremdverschulden und Suizid seien auszuschließen, sagte die Sprecherin; weitere Angaben machte sie nicht.

Herbert S. hatte im Juni 1994 auf dem Großmarkt an der Beusselstraße die ihm flüchtige bekannte Ute K. mit einer Eisenstange niedergeschlagen und lebensgefährlich verletzt. Wenige Tage später wurde er festgenommen – und gestand zur Überraschung der Polizei auch einen bereits drei Jahre zurückliegenden Mord. 1991 hatte er im Hof seines Moabiter Hauses Fred O. erstochen. Überraschend war dieses Geständnis damals vor allem deswegen, weil S. wegen dieser Tat im Jahr 1992 aus Mangel an Beweisen vor Gericht frei gesprochen worden war.

Der mittlerweile 61 Jahre alte gelernte Fleischer und ehemalige Fremdenlegionär „Herbie“ galt im Knast zwar als leicht verwirrt, wurde aber von allen gemocht. Gestern brannten Kerzen vor seiner Zellentür in der Station B1 in Haus 3. Mithäftlinge warfen der Gefängnisleitung gestern vor, den Mann falsch behandelt zu haben. Er soll herzkrank gewesen sein, der Gefängnisarzt habe dagegen lediglich eine Bronchitis diagnostiziert. Bei der Justiz hieß es, dass die Polizei wie üblich ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet habe.

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