Berlin : UdK-Präsident Romain ist tot

Der Präsident der Berliner Universität der Künste, Lothar Romain, ist nach einer schweren Krankheit im Alter von 61 Jahren gestorben. Der Kunsthistoriker war seit 1996 Präsident der Hochschule.

Berlin (15.07.2005, 16:10 Uhr) - Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS), Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Vertreter der Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus zeigten sich bestürzt über den frühen Tod des Hochschulpräsidenten, der seit Januar 2005 auch Vorsitzender des RBB- Rundfunkrates war. Außerdem war er Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

Romain habe während seiner Amtszeit die Wandlung der damaligen Hochschule der Künste in die heutige UdK (seit 2001) maßgeblich initiiert und gefördert, betonte die Universität in ihrem Nachruf. «Die moderne Struktur der größten künstlerischen Hochschule Deutschlands mit ihrer engen Verbindung der Künste und der Wissenschaften verdankt sich in vielerlei Hinsicht seinem vorausschauenden Wirken.» Die Universitätsgeschäfte führt kommissarisch der Erste Vizepräsident Martin Rennert.

RBB-Intendantin Dagmar Reim würdigte Romain in ihrem Nachruf als einen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der einen großen Anteil am Aufbau des Rundfunks Berlin-Brandenburg habe. Der RBB verliere mit Romain, der früher auch Vorsitzender des Programmausschusses gewesen sei, einen treuen Freund.

Romain war nach seinem Studium der Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Universität Köln zunächst journalistisch und politisch tätig, unter anderem beim Südwestfunk Baden-Baden und dem WDR Köln sowie als kultur- und medienpolitischer Referent beim SPD-Parteivorstand und Ressortleiter Kultur bei der Zeitung «Vorwärts». Seit 1987 war Romain auch Mitherausgeber und Chefredakteur von «Künstler - Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst».

Flierl (PDS) würdigte Romains Verdienste um die Universität der Künste, der er ein internationales Renommée verschafft habe. Ihr ausgezeichneter Ruf habe bekannte Künstler und Künstlerinnen angezogen.

Laut Thierse, habe sich Romain mit seinem Wirken für die Universität hohes Ansehen erworben. «Unter seiner Ägide erhielt die Institution entscheidende Impulse für einen tief greifenden Wandel, der sie in einer für die Berliner Universitäten schwierigen Zeit zukunftsfähig gemacht hat», schrieb Thierse in seinem Beileidsschreiben an die Ehefrau Romains.

Auch die Berliner SPD und CDU zeigten sich bestürzt über den frühen Tod Romains, dem Berlin zu großem Dank verpflichtet sei. SPD- Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller würdigte Romain als «engagierten Streiter». Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Braun betonte in seinem Nachruf, Romain habe die UdK trotz gravierender finanzieller Einbußen zukunftsfähig gemacht. (tso)

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