• Berlin- und Bezirksredaktion: Telefon 26009-896, Fax 26009-415 Bei diesen Preisen ist nicht gut Kirschen essen

Berlin : Berlin- und Bezirksredaktion: Telefon 26009-896, Fax 26009-415 Bei diesen Preisen ist nicht gut Kirschen essen

Aber Statistiker bleiben dabei: Obst ist nicht teurer als sonst

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Fast schwarze Süßkirschen, rote und schwarze Johannisbeeren, gelbe Honigmelonen, grüne Gurken farbenprächtig und reich locken auf Märkten und vor Geschäften die Obst- und Gemüseauslagen. Und - wie manche meinen - auch zu teuer. Nicht überall. „Wir sind preislich die Besten“ sagt in der Potsdamer Straße bei Birlik Market der türkische Verkäufer - ein Kilo Wassermelone kostet bei ihm 0,39 Cent, ein Kilo Süßkirschen 3, 95 Euro, ein Kilo deutsche Zwetschgen 0,79 Euro.

Auf dem so genannten Brandenburger Bauernmarkt am Wittenbergplatz schieben sich gestern vor allem schwitzende Touristen an den Ständen vorbei, die Süßkirschen zum Kilopreis von 4,80 und Knupperkirschen zu fünf Euro anbieten. „Ich rechne immer noch mal zwei; zehn Mark für ein Kilo Kirschen sind mir zu viel“, sagt eine alte Dame und lässt sich 250 Gramm der süßen Früchtchen abwiegen. „Na und die Tomaten erst“, mischt sich eine ins Gespräch. „Wenn die heute die Strauchtomaten für 1,99 Euro anpreisen, bedeutet das doch, dass ich mitten im Sommer fürs Kilo 3 Mark 98 bezahlen müsste, zu DM-Zeiten haben die nie so viel gekostet“. Wer so rechnet, dem erscheinen auf dem Markt die Zwetschgen für 2,50 Euro das Kilo und der Blumenkohl für sagenhafte 2,50 Euro noch teurer. Bei Kaiser’s am Wittenbergplatz muss man für türkische Kirschen gestern 5,99 Euro zahlen, für das Kilo Zwetschgen 1,49 Euro. Bei Bolle kostet das Kilo Süßkirschen 4,99 Euro, der Kopfsalat 0,49.

Alles teurer? Im Statistischen Landesamt will man das Preisempfinden der Bürger ebenso wenig bestätigen wie in der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle. Bei Obst seien die Preise im Vergleich zum Juni 2002 in diesem Juni sogar um 5,8 Prozent billiger, heißt es im Statistischen Landesamt. Nur bei Gemüse sei eine Steigerung um 2,8 Prozent zu verzeichnen. Keinen Grund zur Panik sieht auch Karl-Dieter Wasmund von der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle. Im langjährigen Bundesdurchschnitt sei Gemüse sogar billiger. Nur der Blumenkohlpreis habe sich sprunghaft verdoppelt – bei der heißen Witterung habe er sich nun mal schlecht entwickelt.

Spätfröste und nun die Trockenheit ließen dagegen die Pfirsiche sehr teuer werden. „Die Preise steigen weiter“, sagt der Marktbeobachter. „Wir essen schon Sachen, die erst im August angeboten werden sollten“. Teurer wurden übrigens auch Eier. Die Hühner legen bei der Hitze weniger.hema

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