Berlin und Brandenburg : VW-Skandal trifft auch viele Polizeiwagen

Wegen der Diesel-Affäre müssen bei der Polizei in Berlin und Brandenburg viele Fahrzeuge in die Werkstatt. Die Einsätze sollen aber dadurch nicht gefährdet sein.

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Ab in die Werkstatt.
Ab in die Werkstatt.Foto: dpa

Berlin/Potsdam - Wegen der Diesel-Affäre müssen bei der Polizei in Berlin und Brandenburg zahlreiche Fahrzeuge in die Werkstatt. Einschnitte wegen des Rückrufs betroffener Streifenwagen soll es aber nicht geben. In Berlin sind von 2535 Wagen im Fuhrpark der Polizei 887 von VW. Wie viele nun zur Nachrüstung in die Werkstatt müssen, ist noch unklar. In Brandenburg ist fast die Hälte der insgesamt 1660 Polizeiwagen betroffen. 713 Fahrzeuge mit den entsprechenden Dieselmotoren müssen in die Werkstatt, die meisten sind von VW, ganz wenige von Skoda und Audi.

In Berlin und Potsdam wird aber versichert, dass die Einsatzbereitschaft der Polizei durch die Rückrufaktion nicht beeinträchtig sei. Brandenburgs Innenministerium verweist darauf, dass die Umrüstung mitsamt neuer Software für die betroffenen Fahrzeuge im Rahmen des üblichen Flottenmanagements organisiert werde. Auch die Berliner Polizei rechnet nicht damit, dass die Streifenwagen wegen der Rückrufaktion nun knapp werden. Zumal es regelmäßig zu Rückrufaktionen der Hersteller komme und dies bei den üblichen Inspektionen in den Werkstätten dann erledigt wird.

Das Update für Abgas-Software und möglicherweise Umbauten an den Motoren und Katalysatoren der betroffenen Wagen sind ab Anfang 2016 geplant. Die betroffenen Motoren stammen aus den Jahren 2009 bis 2014. Deutschlands größter Autobauer Volkswagen hat wegen manipulierter Abgastests bundesweit 2,4 Millionen Dieselfahrzeuge zurück in die Werkstätten gerufen.

Grundsätzlich ordert die Berliner Polizei bei Neubestellungen Fahrzeuge mit den besten Abgasstandards. Die Zahl der Elektroautos und Hybridfahrzeuge mit gekoppeltem Kraftstoff- und Elektroantrieb ist allerdings noch überschaubar – obwohl Berlin sich selbst gern als Vorbild der Elektromobilität preist. Das geht aus einer Antwort von Umweltstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus hervor. Von den 2535 Fahrzeugen der Polizei sind nur 8 Elektroautos und 24 Hybridwagen. 30 Wagen werden mit Gas betankt. Gaeblers Statistik weist unter Elektrofahrzeuge bei der Polizei übrigens auch zwei Pedelecs auf – also Fahrräder mit elektrischem Unterstützungsmotor. Alexander Fröhlich

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