Berlin und Bremen : Ratgeber soll Radikalisierung bei Schülern früh aufdecken

Das internationale "Counter Extremism Project" bietet Lehrern Hilfe im Umgang mit Schülern, die zum extremen Islamismus tendieren. In Berlin-Neukölln soll damit begonnen werden.

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Schüler in der Schule. Früherkennung, Integration und Gegenmaßnahmen. Islamismus an Schulen soll bekämpft werden.
Schüler in der Schule. Früherkennung, Integration und Gegenmaßnahmen. Islamismus an Schulen soll bekämpft werden.Foto: dpa

In Berlin und Bremen sollen Lehrer künftig früher erkennen können, wenn sich ihre Schüler radikalisieren. Das "Counter Extremism Project" (CEP) und die European Foundation for Democracy haben am Dienstag eine Handreichung für Lehrer vorgestellt, die sich mit islamistischen Schülern auseinandersetzen müssen. Dabei sollen bestimmte Argumentationen genauso helfen wie externe Profis.

Der entsprechende Ratgeber unter dem Titel "Integration fördern, Radikalisierung erkennen" wird demnächst in einer Bremer Schule und der Neuköllner Hermann-Sander-Grundschule eingeführt, an der überdurchschnittlich viele Schüler aus muslimischen Familien stammen.

Software soll im Internet extremistische Inhalte finden

Durch die Hinweise soll vermieden werden, Problemfälle in den Klassen zu ignorieren, aber auch voreilig von Terrornähe zu sprechen. Am CEP wirkt August Hanning, ehemaliger Präsident des Bundesnachrichtendienstes, mit. Zudem wollen CEP-Experten „die digitale Disruption von Extremistennetzwerken“ vorantreiben. Die Software eGLYPH erkennt bestimmte Inhalte im Netz automatisch, sie spürt also unzulässige Bilder, Videos und Audiodateien auf. Basis dafür ist die Technologie des „Robust-Hashing“.

Bisher wurden so vor allem kinderpornografische Bilder im Netz identifiziert, nun soll so auch islamistische Propaganda erkannt werden. Aus entsprechenden Bildern, Videos oder Tonaufnahmen extrahiert eGLYPH nach Angaben von CEP eine eindeutige digitale Signatur. Die wird dann verwendet, um weitere dieser Daten zu finden. Internetfirmen und soziale Netzwerke können eGLYPH einsetzen, um gefährliche Inhalte – zumindest potenziell – löschen zu lassen.

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