Berlin : Berlin voll in Fahrt

Das Pokalfinale im Olympiastadion, Elektromobil-Schau auf dem Flughafen Tempelhof, der Velothon in der ganzen Stadt: An diesem Wochenende sind hunderttausende Menschen unterwegs – und bislang spielt auch das Wetter mit

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Abgefahren. Besucher dürfen in Tempelhof Elektroautos testen.Foto: Paul Zinken
Abgefahren. Besucher dürfen in Tempelhof Elektroautos testen.Foto: Paul Zinken

Die drei jungen Männer steigen gut gelaunt aus dem ICE: „Warum kann ein Schalke-Fan nicht schön, intelligent und Pokalsieger sein?“, fragt einer von ihnen. Die Umstehenden zucken fragend mit den Schultern oder ziehen die Augenbrauen hoch. „Na, weil er dann ein Duisburg-Fan wär’“, ruft der Mann und schwenkt triumphierend einen riesigen Silberpokal aus Pappe. Ein Schalke-Anhänger zeigt mit einer verächtlichen Abwärtsbewegung seiner rechten Hand, wie lang der Bart des Witzes ist, ein anderer ruft: „Heute Abend werden wir ja sehen.“

Der Ruhrpott kämpfte gestern im Olympiastadion um den Pott, sprich: den DFB-Pokal. Die übervollen Züge aus dem Westen spuckten immer neue Schalke- und Duisburg-Fans aus, die singend durch die Stadt zogen und alle blau waren. Die meisten noch rein äußerlich. Der Alkohol hatte dann aber doch schon vor Spielbeginn ärgerliche Folgen. Auf der der Linie U2 zum Olympiastadion herrschte ab 18 Uhr zeitweise Chaos. Laut BVG hatten betrunkene Fans mehrfach während der Fahrt Notbremsen gezogen. Der Fahrplan geriet durcheinander, Besucher des Spiels marschierten scharenweise auf dem Kaiserdamm Richtung Stadion. Später, nach Schalkes Sieg, zogen die Fans friedlich in die Stadt zurück. Bis Redaktionsschluss gab es keine Zwischenfälle.

Das DFB-Pokalfinale der Männer war das Sahnehäubchen auf einem fast schon hochsommerlichen Tag: Ob Liegewiese, Einkaufscenter oder eine der neuen Strandbars – die Berliner und ihre Gäste ließen es sich gut gehen.

Und wer beim Fuß- oder Basketball nicht nur zuschauen wollte, konnte sich zuvor bei der Michelin Challenge Bibendum 2011 auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Elektroautos setzen oder auch selbst in die Pedalen treten. Wie Nancy Kohl und ihre Tochter Franziska, die eine Runde im „Twike“ des Berliners Alf Borrmann mitfuhren. Das dreirädrige Elektroauto gibt es auch als Modell Active mit zusätzlichem Pedalantrieb.

Seit 1998 findet die Michelin Challenge Bibendum statt, aber erstmals war auch die Öffentlichkeit eingeladen. Mehr als zehntausend haben gestern die Chance genutzt, die Technologien von morgen Probe zu fahren. Und waren des Lobes voll – egal, ob sie den Elektro-Audi oder das neueste klappbare Elektro-Fahrrad testeten. Heute ist die Challenge Bibendum noch einmal von 8.30-18 Uhr geöffnet.

Wobei man da auch die Radprofis und Freizeitsportler beim „Velothon“ anfeuern kann. Ob die aber so schönes Wetter wie gestern haben werden, ist ungewiss. Zwar sollen die Temperaturen auf 26 Grad steigen, für den Nachmittag sind aber Regen und Gewitter vorausgesagt.

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