Berlin : Berlin von seiner jüngsten Seite

Die Ostbezirke haben sich enorm verändert. Eine neue Serie erzählt ab morgen, wie sehr – und bietet ganz eigene Stadttouren

Susanne Leimstoll

Berlins Ostbezirke sind 18 Jahre nach der Wende nicht wiederzuerkennen: Prenzlauer Berg ist nicht mehr einzig Hort der Unangepassten, Marzahn nicht nur die kalte Platte, Mitte zum neuen Zentrum der vereinten Stadt geworden. Friedrichshain ist nicht mehr bloß Arbeiterbezirk, Hohenschönhausen und Hellersdorf streifen langsam das Trabantenstadt-Image ab. Treptow hat alte Medienstandorte durch neue ersetzt, Lichtenberg steht nicht mehr für Normannenstraße, Pankow entwickelt sich zum grünen, feinen Quartier für Zugezogene. Weißensee wird Zufluchtsort für junge Familien, denen „Prenzlberg“ inzwischen zu schick und teuer ist, Köpenick pflegt seine zwei Seiten: Idyll am Wasser und die Nähe zur Wissenschaft.

Ab morgen lassen wir in elf Folgen Menschen aus ihren jeweiligen Bezirken erzählen – Alteingesessene und neu Zugezogene. Menschen, die etwas bewegen in ihrem Kiez und die ihr Kiez bewegt. Neu-Berliner, die sich als Unternehmer selbstständig gemacht haben, sind ebenso zu entdecken wie Menschen, die sich seit vielen Jahren bürgerschaftlich für ihren Bezirk engagieren – ungewöhnliche Persönlichkeiten, überraschende Geschichten. Damit sich die Tagesspiegel-Leser ein Bild machen können von dem, was in 18 Jahren im Osten gewachsen ist.

„Die Wende wird volljährig“ heißt die neue Serie. Und sie bietet außer den Geschichten über Lebenswege immer auch Informationen über den Altbezirk: Was war zu DDR-Zeiten, was ist heute? Wer mehr erfahren will über die Ortsteile, erhält Literaturtipps oder macht sich einfach auf, die Gegend zu erkunden

Olaf Riebe, 42, Chef von „Ansichtssachen“ und Martin Wollenberg, 42, Macher von „Berlin on Bike“, helfen dabei – mit ganz besonderen Stadtführungen. Mit Exkursionen, die den ungewöhnlichen Blick auf Berlin schärfen. Für den Tagesspiegel haben sie mit ihren Teams für die neue Serie Extratouren durch die östlichen Altbezirke ausgearbeitet. Riebe, Wollenberg und ihre Mitarbeiter zeigen Tagesspiegel-Lesern die unbekannteren Seiten dieser Bezirke, auf Führungen, die es nur im Zusammenhang mit dieser Serie gibt. Per Fahrrad, zu Fuß oder mit der BVG – je nach Wetter, zum Sonderpreis von 7,50 Euro. Anmeldung einfach per Telefon.

Und manchmal kommt am Ende der Tour, wenn alle gemütlich einkehren, jemand dazu, über den man gerade eben in der Serie gelesen hat. Schon Lust auf mehr? Morgen geht’s los – mit Prenzlauer Berg. Susanne Leimstoll

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