Berlin : Berlin vor der Wahl: Blindflug nach Sperenberg

Sabine Beikler

Bestimmt ist Gregor Gysi schon über den Ort Sperenberg geflogen. Der kleine Ort liegt südlich von Berlin, im brandenburgischen Teltow-Fläming, und schied Anfang der neunziger Jahre im Rennen um den Standort für den Großflughafen Berlin-Brandenburg aus. Vielleicht hat Gysi jetzt wieder Sperenberg als Alternative zu Schönefeld ins Gespräch gebracht, weil er einen Ort gut kennt, der nur zwei Flugminuten von Sperenberg entfernt liegt. Dieser Ort heißt Schönhagen, liegt auch im Teltow-Fläming und hat einen Flugplatz, den Flugplatz Schönhagen.

Rund um diesen Flugplatz haben sich einige Flugschulen angesiedelt. Auch die Hans-Grade-Flugschule. Vor ein paar Jahren hat Gregor Gysi bei dieser Flugschule die Privatpilotenlizenz A (PPL-A) oder kurz Flugschein erworben. Eigentlich ist der PDS-Politiker in Schönhagen ein gern gesehener Gast. Mit seinem neuerlichen Vorschlag von Sperenberg als Standort für den Großflughafen hat er bei den Schönhagener Flugplatzbetreibern nun aber ein wenig Verstimmung ausgelöst. "Für die Region wäre das positiv, für uns als Unternehmen nicht gut", sagt Karola Schmorde von der Flughafengesellschaft, die das Flugplatz-Konzept dann als gefährdet ansieht. Man will dort die "private Fliegerei und die Geschäftsfliegerei" weg von Berlin in den von der Stadtgrenze rund 30 Kilometer entfernten Ort holen: Bei 40 000 Flugbewegungen im vergangenen Jahr im Ranking der am häufigsten frequentierten deutschen Flugplätze liegt Schönhagen auf einem der vorderen Plätze, Tendenz aufsteigend.

Mit einem Großflughafen in Sperenberg aber wäre die Konkurrenz zu groß. Schönefeld dagegen ist für die Schönhagener Flugplatzbetreiber "ganz gut", sagt Schmorde. Jetzt wartet man in Schönhagen gespannt auf den nächsten Besuch von Herrn Gysi.

0 Kommentare

Neuester Kommentar