Berlin : Berlin vor der Wahl: Briefwahl ist so beliebt wie nie

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Seit dem 1. Oktober sind schon mehr als 115 000 Wahlscheine ausgestellt worden. Sie gingen an Berliner, die per Brief wählen wollen. In Reinickendorf (7,8 Prozent der Wahlberechtigten), Mitte (6,3 Prozent), Steglitz-Zehlendorf (5,9 Prozent) und Tempelhof-Schöneberg (5,7 Prozent) deutet sich eine überdurchschnittlich hohe Briefwahlbeteiligung an, während Lichtenberg (2,9 Prozent) und auch Marzahn-Hellersdorf (2,4 Prozent) bisher noch den Status Schlusslichter haben.

Landeswahlleiter Andreas Schmid von Puskas wagt zwei Wochen vor den Abgeordnetenhaus- und Bezirkswahlen eine vorsichtige Prognose. "Ich rechne mit einer ähnlich hohen Briefwahlquote wie in Hamburg." Dort waren es 16 Prozent, die nicht im Wahllokal wählen wollten.

Bei den Berliner Parlamentswahlen 1999 gaben knapp 13 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme per Brief ab. Bei der Bundestagswahl 1998 lag der Anteil der Briefwähler in Berlin sogar bei 15 Prozent. Über die Jahre hinweg lässt sich sagen: Die Briefwahl wird immer beliebter, vor allem in den Großstädten.

Für die Neuwahlen am 21. Oktober ist die Verschickung der Briefwahlunterlagen allerdings gerade erst angelaufen, denn die Stimmzettel liegen erst seit 1. Oktober komplett vor. Warum die Berliner im Ostteil zwölf Jahre nach dem Mauerfall immer noch deutlich zurückhaltender als die West-Berliner sind, wenn es um die Briefwahl geht, ist auch dem Landeswahlleiter schwer erklärlich. "Vielleicht trauen sie der Post nicht so viel zu", mutmaßt von Puskas. Das Verhalten könne aber auch einfach eine Frage der Gewohnheit sein.

Ein Antragsformular für die Briefwahl ist auf den Wahlbenachrichtigungskarten abgedruckt, die allen Wahlberechtigten zugesandt wurden. Und ein Termin ist auch für Briefwähler wichtig: Spätestens am Wahltag um 18 Uhr muss der Wahlbrief vorliegen, sonst zählt die Stimme nicht.

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