Berlin : Berlin vor der Wahl: Diepgen zur Kandidatenkür: "Ende gut, alles gut"

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Die Kandidaten bei der Süd-West-CDU sind gekürt, doch der Streit geht weiter. Während der CDU-Vorsitzende Eberhard Diepgen die Einigung seiner Partei in Steglitz-Zehlendorf gestern als "Ende gut, alles gut" wertete, kritisierte die Junge Union scharf, dass alle jungen Kandidaten bei der neuen Nominierung "auf aussichtslose Plätze abserviert" worden seien. "In dieser Partei muss man alt sein, oder den Altvorderen nach dem Mund reden, um auf eine Liste zu gelangen", kritisierte der JU-Vorsitzende des Bezirks, Tim Stephan gestern.

Diepgen lobte gestern, dass der Kreisparteitag einvernehmlich den Spitzenkandidaten Stölzl und den CDU-Bürgermeister-Kandidaten für Steglitz-Zehlendorf, Herbert Wagner, bestätigt habe. "Die Entscheidungen sind getroffen worden, indem die Repräsentanten aus Steglitz und Zehlendorf aufeinander zugegangen sind", betonte Diepgen. Die im Juli gewählten Kandidaten hätten zum großen Teil ihren Verzicht erklärt.

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Die Berliner Spitzenkandidaten
Wie berichtet, hatten sich die rivalisierenden Gruppen im CDU-Kreisverband am Sonnabend nach zweitägigem zähen Ringen auf gemeinsame Listen für die Wahlen im Oktober geeinigt. Dank eines Konsensvorschlages beider Gruppen konnte buchstäblich in letzter Minute der seit Monaten tobende Machtkampf beigelegt werden. Mit deutlicher Mehrheit wählten die 150 Degierten erneut den früheren Kultursenator Christoph Stölzl auf Platz 1 der Liste fürs Abgeordnetenhaus in Steglitz- Zehlendorf. Von 143 abgegebenen Stimmen sprachen sich 116 für Stölzl aus, 16 stimmten gegen ihn und 11 enthielten sich. Überraschend wurde auf Platz 2 der ehemalige Kreischef von Zehlendorf, Uwe Lehmann-Brauns, gewählt. Er erhielt jedoch auf Grund seiner herausgehobenen Stellung in dem Konflikt mit 51 Nein-Stimmen bei 87 Ja-Stimmen eine deutliche Quittung. Sein Widersacher Marcus Mierendorff, der bereits im Laufe des Konflikts am Montagabend als Ortsverbandschef von Dahlem gestürzt worden war, verlor sowohl seinen Listenplatz als auch einen Wahlkreis. Erfolgreich setzte sich der Rechtspolitiker Michael Braun mit 84 zu 56 Stimmen gegen Mierendorff beim Wahlkreis durch.

Ohne die Einigung wäre die CDU-Hochburg im Südwesten vielleicht nicht auf den Stimmzetteln erschienen, da an diesem Montag die Frist für die Einreichung der Wahlvorschläge der Parteien abläuft. Eine bereits im Juli gewählte Liste, die ebenfalls Stölzl anführte, war von Teilen des Kreisverbandes angefochten worden, was die Neuwahl notwendig gemacht hatte.

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