Berlin-Westend : Bahnhofsvorplatz nach jüdischer Sportlerin benannt

Martha Jacob war Deutsche Meisterin, ehe die jüdische Sportlerin aus Berlin emigrierte. Nun wurde am S-Bahnhof Heerstraße ein Platz nach ihr benannt.

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Der schöne S-Bahnhof Heerstraße. Der kleine Platz rechts daneben erhielt nun einen Namen.
Der schöne S-Bahnhof Heerstraße. Der kleine Platz rechts daneben erhielt nun einen Namen.Foto: Imago

Die Geschichte der jüdischen Hochspringerin Gretel Bergmann, die von den Nationalsozialisten als deutsche Rekordhalterin um die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936 gebracht wurde, ist ein besonders prominenter Fall für Diskriminierung im Sport. Am Donnerstag wurde in Charlottenburg-Wilmersdorf eine bleibende Erinnerung an eine weitere jüdische Sportlerin geschaffen.

Der bisher namenlose Platz vor dem S-Bahnhof Heerstraße - Soldauer Allee Ecke Teufelsseestraße und Boyenallee - trägt seit Donnerstag den Namen von Martha Jacob.

Die Berlinerin wurde 1929 Deutsche Meisterin im Speerwerfen. Als ihr Verein SC Charlottenburg 1933 den Arierparagrafen einführte und Martha Jacob und ein Drittel seiner Frauenabteilung dadurch ausschloss, emigrierte sie nach London. Später wanderte sie nach Südafrika aus, wo sie auch die nationale Meisterschaft im Speerwerfen gewann und 1976 starb.

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