Berlin-Westend : Putzfrauen schickten Einbrecher

Zwei Haushaltshilfen beauftragten offenbar zwei Einbrecher, um ihren Auftraggeber zu berauben. Nun stehen alle vier mutmaßlichen Komplizen vor Gericht und belasten sich gegenseitig.

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Einbrecher spazieren manchmal auch dreist zur Haustür herein (Symbolfoto).
Einbrecher spazieren manchmal auch dreist zur Haustür herein (Symbolfoto).Foto: dpa

Zwei Reinigungsfrauen wollten offenbar abstauben. Auf den Tresor eines betuchten Mannes von 89 Jahren hatten sie es abgesehen, ist die Anklage überzeugt. Nun sitzen die beiden Frauen als mutmaßliche Räuberinnen vor Gericht. Mitangeklagt sind zwei Männer, die sie als Komplizen in das Büro des Opfers in Westend geschickt haben sollen. Ein Quartett, das sich gegenseitig belastet, hieß es.

Die Frauen sind 52 und 38 Jahre alt und konnten gute Referenzen vorlegen. Sie stammen aus Brasilien und haben sich einst gut verstanden. Zunächst war es Marielene Sch., die für den Rentner arbeitete. Im Oktober vorigen Jahres trat Carine J. die Stelle an – auf Empfehlung der älteren Angeklagten. Im Dezember sollen sie den Plan für einen Überfall auf den betagten Geschäftsmann ausgeheckt haben.

Der Senior war in seinem Büro im Souterrain des Hauses in der Länderallee, als am Nachmittag des 12. Januar Maskierte auftauchten. Unter „erheblicher Gewalteinwirkung“ sei der 89-Jährige von seinem Schreibtischstuhl zu Boden gerissen worden, so die Anklage. Ventsislav D. und Darin H. hätten das Opfer geknebelt und gefesselt. 80 Euro, EC-Karte und eine goldene Armbanduhr im Wert von 5000 Euro hätten sie dem Rentner geraubt. Eine der Frauen soll ihnen noch den Schlüssel für den Safe zugesteckt haben. Doch die Männer flohen, als sie merkten, dass sich der Rentner von den Fesseln befreit hatte.

Zwei Wochen später klickten die Handschellen – erst für die Frauen, dann für die beiden Männer im Alter von 31 und 33 Jahren. Die vier Verdächtigen sollen sich aus einem Lokal in Wedding kennen. Ermittler kamen ihnen unter anderem durch die Auswertung von Handydaten auf die Spur.

In ersten Aussagen haben sich die mutmaßlichen Räuber gegenseitig den schwarzen Peter zugeschoben, hieß es am Rande des Prozesses. Einer der Männer habe damals zu Protokoll gegeben, er sei von einem „einfachen Einbruch“, nicht von Raub ausgegangen. Ob die Haushaltshilfen vor Gericht Tabula rasa machen, wird sich Mittwoch zeigen.



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