Berlin : Berlin will Live-Earth-Konzert

Senat prüft Kontakt mit Organisatoren – am 7. Juli ist aber schon Loveparade

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Berlin will sich als Veranstaltungsort für eines der Live-Earth-Konzerte anbieten, mit denen am 7. Juli auf allen Kontinenten für den Klimaschutz geworben werden soll. Das kündigte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei/PDS) am Sonntag vor Journalisten an. Die Konzertreihe, die vom früheren US-Vizepräsident Al Gore mit Hilfe namhafter Künstler veranstaltet wird, ist aus Sicht der Landesregierung „eine großartige Idee, um das öffentliche Bewusstsein für den Klimawandel zu befördern“, sagte Wolf. Er kündigte an, Kontakt mit den Veranstaltern aufzunehmen, deren Vorbild die Live-Aid-Konzerte zugunsten Afrikas in den 80er Jahren sind.

Zwar sei bislang als europäischer Veranstaltungsort London vorgesehen. Berlin sei jedoch als Stadt „an der Nahtstelle zwischen Ost- und Westeuropa“ ebenso gut geeignet, findet Wolf. „Wir werden uns informieren, wie weit die Planungen sind und ob es noch eine Chance für uns gibt“, kündigte der Senator an. Auch wenn er meint, „dass nicht jedes große Event hier stattfinden muss“, ist er dennoch überzeugt: „Das wäre für Berlin eine tolle Sache, wenn es gelingt.“

Wesentlich zurückhaltender reagierte der Senatssprecher Michael Donnermeyer gestern: Wenn die Live-Earth-Organisatoren Berlin als Austragungsort in Betracht zögen, werde man sie natürlich bereitwillig unterstützen. Bisher habe der Senat aber keinerlei derartige Anfrage erhalten. Außerdem müsse man bedenken, dass für den geplanten Veranstaltungstag, den 7. Juli, bereits die diesjährige Loveparade in Berlin angemeldet ist.

An den Live-Earth-Konzerten auf allen Erdteilen wollen mehr als 100 Popstars und Musikgrößen unter der Regie von US-Umweltschützer Al Gore auf die Klimakatastrophe aufmerksam machen. Auftreten sollen Stars wie die Red Hot Chili Peppers, Foo Fighters, Snoop Dogg, Black Eyed Peas, Bon Jovi, Sheryl Crow, Melissa Etheridge, John Mayer und Faith Hill. Die Übertragung der Veranstaltungen soll zwei Milliarden Menschen erreichen. „Um die Klimakrise in den Griff zu bekommen, müssen wir Milliarden von Menschen ansprechen“, hatte Gore bei der Ankündigung am Donnerstag in Los Angeles gesagt. Nach Angaben der Veranstalter sollen die Benefizkonzerte in Schanghai, Johannesburg, Sydney, London und in Städten in Japan, Brasilien und den USA stattfinden. lvt, I.B.,ddp

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