Berlin : Berlin zieht an

Mode auf der Messe, Mode auf dem Laufsteg, Mode auf der Straße, Mode in der Ausstellung: Von heute bis zum Sonntag zeigt die Stadt, wohin der Trend geht

Susanna Nieder

Da ist was im Anzug: Große und kleine Namen der Modebranche zeigen von heute bis zum Sonntag, was derzeit en vogue ist. Am Donnerstagabend machte bereits Hugo Boss den Anfang, und schickte im Postbahnhof am Ostbahnhof die Models über den Laufsteg. Am heutigen Freitag beginnen die Modemessen „Bread & Butter“ und „Premium“. Außerdem zeigt die Modeklasse der Modemacherin Vivienne Westwood bei einer Gala ihre Diplom-Arbeiten. Am Sonnabend folgt der „Walk of Fashion“ mit dem Defilee der Models durch Mitte. Spätestens jetzt müsste sich bei allen Modemuffeln das schlechte Gewissen gemeldet haben.

In den innovativen Modegeschäften von Mitte und Prenzlauer Berg wird das Wochenende mit Spannung erwartet. „In der Neuen und Alten Schönhauser Straße haben wir abgesprochen, dass wir auch am Sonntag von 13 bis 18 Uhr öffnen“, sagt beispielsweise Strickdesignerin Claudia Skoda. „Damit die Besucher sehen, was es in Berlin außer den Messen sonst noch so gibt.“ Bis zum Sonntag laufen die Mode-Verkaufsschauen „Bread and Butter“ und „Premium“. Bei ihrem Debüt im Januar waren bereits Modefirmen mit jungem Image nach Berlin gekommen, und mit ihnen Fachpublikum aus dem In- und Ausland. Einziger Wermutstropfen: Die Messen sind den Experten vorbehalten. Doch dafür gruppieren sich rundherum Partys, Modeschauen und Ausstellungen, die allen zugänglich sind (siehe auch unten stehender Text).

Auch die Schüler der Modeklasse von Vivienne Westwood an der Universität der Künste haben die Gelegenheit ergriffen, ihre Jahrespräsentation an diesem Wochenende zu zeigen – schließlich könnte ja der eine oder andere wichtige Modename auf der Gala bei Opel in der Friedrichstraße auftauchen. Denn auf der „Bread and Butter“ in der Kabelwerkhalle in Siemensstadt stellen rund 300 Firmen von internationalen Giganten wie Adidas, Puma und Levi’s bis hin zu Berliner Labels wie Frisch und Florinda Schnitzel ihre Kollektionen für Sommer 2004 aus. Zur „Premium“ im U-Bahnschacht unter dem Potsdamer Platz, mit rund 180 Marken kleiner und exklusiver, werden unter anderem Bernhard Willhelm, Dirk Schönberger und Stephan Schneider erwartet – deutsche Designer, die im Ausland sehr erfolgreich sind, sich in ihrer Heimat aber kaum blicken lassen lassen.

Raus aus dem Schacht, rein in die frische Sommerluft von Mitte: Um 18 Uhr startet am Sonnabend an den Heckmann-Höfen in der Oranienburger Straße der „Walk of Fashion“. Berliner Designer zeigen – wie bereits seit 1999 – ihre Arbeiten. Der Modemarsch mit abschließender Schau, organisiert vom Friseur Civan, ist eine sympathische Veranstaltung mit wechselnden Teilnehmern. Dieses Mal sind unter anderem Kratzert/Pahnke, Suzie Dong und Maria G. Rojas dabei.

Ebenfalls in Mitte zeigt das Mode-Pressebüro Girault Totem am Samstag und Sonntag die Ausstellung „Stückwerk“, zu der Modedesigner wie Kostas Murkudis, Soto/Stich und Markus Lupfer Kunstwerke gestaltet haben. Wer aufmerksam durch die Stadt geht, wird vermutlich noch mehr Veranstaltungen finden, zum Beispiel die Modenschauen der deutschen Jeansfirma Mustang am Freitag und Samstag im Lokal „Kula Karma“ in den Rosenhöfen in Mitte.

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