Berlinale : Wo die schönen Kerle winken

Männertag bei der Berlinale: Hugh Jackman, Shia LaBeouf, Til Schweiger, James Franco und Rupert Grint – alle waren sie da. Und Anne Hathaway kam mit kurzen Haaren.

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Unter Männern. Am Samstagabend verschönte Hugh Jackman die Premiere von „Les Misérables“ (hier mit Ehefrau Deborra-Lee Furness)
Unter Männern. Am Samstagabend verschönte Hugh Jackman die Premiere von „Les Misérables“ (hier mit Ehefrau Deborra-Lee Furness)Foto: Reuters

Das war eng. Eine Viertelstunde noch bis zum offiziellen Beginn der Pressekonferenz zu „Les Misérables“ im Konferenzsaal des Hyatt und von Hugh Jackman keine Spur. Schon am Samstagvormittag das kleine Erschrecken, als auf der Teilnehmerliste wohl Regisseur Tom Hooper, die schöne Anne Hathaway, Kollege Eddie Redmayne und Produzent Eric Fellner auftauchten, nicht aber der tolle Hugh, der „Sexiest Man Alive“ von 2008, jedenfalls laut dem Urteil des „People Magazine“. Und ausgerechnet der soll an solch einem Tag, quasi dem Männertag der Berlinale, fehlen?

Keine Sorge, der kommt schon, hieß es zwar bei der zuständigen PR-Agentur beruhigend. Er schwebe eben tagsüber erst über den Atlantik, werde es vielleicht nicht schaffen zur Pressekonferenz, aber gewiss zur Premiere im Friedrichstadt-Palast zwei Stunden später. Und trotzdem: Als kurz vor dem Frage- und Antwort-Spiel im Hyatt sein Name noch immer fehlte, war das schon bitter, aber nicht lange: Ein weiteres Namenschild wurde montiert, Jackmans eben, dann die Reihenfolge sogar noch einmal umsortiert, damit ihm der undankbare Platz am linken Rand erspart bliebe – die Show konnte beginnen.

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Sehr smart sah er wieder aus, der Bart zwar vielleicht nicht jedermanns Sache, aber irgendwie passend zu Anne Hathaways kleinem Schwarzen – vorne kurz, hinten lang – und ihrer jungenhaft-frechen Kurzhaarfrisur. Gemeinsam mit dem kunstvoll hochgestrubbelten Eddie ein sehr fotogenes Trio, mit dem etwas bieder wirkenden Tom Hooper als optischem Kontrapunkt.

Tja, was wollte man von ihnen wissen? Zum Beispiel, worum es in ihrem Musicalfilm denn in der Hauptsache gehe. Die drei Antworten: Liebe, Liebe, Liebe. Natürlich haben sie das etwas eleganter formuliert, Hooper mit einem Zitat aus Victor Hugos Buch, das dem Musical und damit nun auch dem Film zugrundeliegt: „Geliebt zu werden oder geliebt zu haben, das ist das wichtigste im Leben.“ Jackman verließ sich ebenfalls aufs Zitat, diesmal aus der Schlussszene des Films: „Einen anderen Menschen zu lieben, heißt Gott zu sehen.“ Und auch Anne Hathaway setzte auf die großen Gefühle: „Leidenschaft und Lieben halten uns am Leben.“

Aber darüber hinaus sei es ein sehr aktueller Stoff, gab Hooper zu bedenken: Überall lese man von Ausbeutung, Unrecht, Revolution – wie im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Und im Übrigen sei alles live gesungen worden, darauf habe er bestanden, Playback wirke so künstlich.

Klar, dass auch die Oscar-Chancen angesprochen wurden. Jackman sieht das eher gelassen: Er habe ja schon einen Oscar, jeden Tag, zwölf Jahre alt – seinen Sohn.

Während er es also zu seiner Pressekonferenz doch noch, wenn auch etwas verspätet geschafft hatte, blieb Shia LaBeouf der zu „The Necessary Death of Charlie Countryman“ am Spätnachmittag wegen irgendwelcher terminlichen Probleme ganz fern, wurde aber für den abendlichen roten Teppich vor dem Berlinale-Palast angekündigt. So blieb es seinen Kollegen Til Schweiger und Rupert Grint sowie Regisseur Fredrik Bond überlassen, die Fragen zu ihrem Film zu beantworten. Die Dreharbeiten in Bukarest waren für Schweiger der erste Besuch in der rumänischen Hauptstadt, die seine Erwartungen grandios übertroffen und in die er sich sofort verliebt habe, wie er schwärmte. Die Arbeit mit Mads Mikkelsen habe er nicht als Wettkampf empfunden, im Gegenteil: „Je besser die anderen Schauspieler sind, desto besser ist man auch selbst.“

Auch Rupert Grint fand Bukarest toll und seine Rolle sowieso, richtig „erfrischend“ nach elf Jahren an der Seite von Harry Potter. Sie sei das Gegenstück zu der des Ron, völlig anders, womit er zweifellos Recht hat: Ein Hogwarts-Schüler im Striplokal? Kein Fluch könnte so böse sein.

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