Berlin : Berliner Ämter: "Da sind wir nicht zuständig"

Andreas Hoppe

Meine Frau hatte bei der BfA einen Rentenantrag gestellt. Dazu wurden mit gesetzter Frist amtlich beglaubigte Kopien u.a. des Personalausweises und der Geburtsurkunde verlangt. Da meine Frau zurzeit krank ist und ich selbst unter den Nachwirkungen einer

Operation leide, wandte ich mich an die Polizei mit der Bitte, der Kontaktbereichsbeamte möge die Beglaubigungen vornehmen. Die Funktion wurde schließlich einst geschaffen, um auch älteren Menschen bei behördlichen Angelegenheiten behilflich zu sein. Der Polizist, der sofort zu mir nach Hause kam, sagte mir, dass es die "Kobs" nicht mehr gebe. Er sei nicht zuständig. Beglaubigungen werden in der Dienststelle des Landeseinwohneramtes in der Schulzendorfer Straße vorgenommen. Am nächsten Tag fuhr ich dorthin - gleich zu Beginn der Dienstzeit um 7.30 Uhr. Dort wurde ich belehrt, dass man zwar die Kopie des Personalausweises beglaubigen könne, nicht aber die Geburtsurkunde. Dies mache nur das Standesamt im Rathaus Reinickendorf. Dort angekommen, musste ich feststellen, dass die Dienstzeit noch nicht begonnen hatte. Trotzdem gaben mir zwei freundliche Damen, die "eigentlich noch gar nicht da waren", die Auskunft, dass nicht das Standesamt Reinickendorf für die Beglaubigung der Geburtsurkunden-Kopie zuständig sei, sondern das Bezirkseinwohneramt. In der Eingangshalle des Rathausneubaus entdeckte ich den Informationsschalter. Die Dame am Schalter teilte mir zu meinem

Entsetzen mit, Geburtsurkunden würden nur von dem Standesamt der Gemeinde, in der man geboren ist, beglaubigt. Als ich sagte, dass meine Frau in Swinemünde, also dem heutigen Polen, geboren worden ist, meinte sie - vielleicht auch nur im Scherz - dann müsse ich mich wohl dorthin bemühen. Dann allerdings telefonierte sie und gab mir die Auskunft, in solchen Fällen könne im Rahmen der Amtshilfe auch hier beglaubigt werden. Das koste 4,10 Euro.

Als ich einwarf, ich hätte gehört, bei Rentenbeantragungen seien solche Dienste kostenlos, wurde mir gesagt, in dem Fall müsse ich an einem Dienstag wiederkommen, dann sei der Rentenberater der BfA im Haus. Der nehme die Beglaubigung kostenlos vor. Mittlerweile war es mir völlig egal, ob ich Gebühren zu zahlen hatte oder nicht, und das sagte ich der Dame auch. Sie wies mir daraufhin den Weg zum Dienstgebäude Eichborndamm 240. Dort endlich wurde, ohne dass eine Frage nach

Geburtsort oder Ähnlichem gestellt wurde, die Kopie beglaubigt. Nach einer Gebühr fragte dort keiner mehr. Das Einzige, was der ebenfalls sehr freundliche Beamte wissen wollte, war, warum denn der Mensch in der Schulzendorfer Straße das Papier nicht beglaubigt hatte. Eine Antwort darauf musste ich ihm leider schuldig bleiben.

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