Berliner Ansichten : Die Wiedererweckung der Bratwurst

Der Volksmund blickt durch: Pizza macht spizza, weiß er, aber Döner macht schöner. Bernd Matthies fragt, wie es sich denn mit der Wurst verhält.

Bernd Matthies
Bernd Matthies, Redakteur für besondere Aufgaben.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Über die Wirkung von Brat- und Currywurst ist nichts Einschlägiges in Umlauf, ein Zeichen dafür, dass beide Produkte ein wenig in den Windschatten der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten sind. Deshalb ist es höchste Zeit für ein Produkt, das, falls man das bei Würsten so sagen kann, in der Luft lag: die Döner-Bratwurst, die seit kurzem im Berliner Handel zu haben ist. 100 Prozent Kalb, dazu abgefüllt in religiös unbedenkliches Schafsgedärm – der Hersteller greift gleich ganz oben ins Perspektivregal und spricht von Volksbratwurst, die die Kulturen zueinander bringt. Muslime, Christen, Agnostiker, vereint beim gemeinsamen Grillen im Tiergarten, mit scharfer Soße und allem? 

Nur ein erster Schritt. Stadt und Weltmarkt verlangen nach mehr. Wurstdöner! Currypizza! Wiener Dönerschnitzel mit Knoblauchsauce! Im Grunde liegt es jetzt an Berlin, die Weltküche neu zu definieren. Alles einmal umrühren, dann einpacken, mitnehmen und irgendwo am Straßenrand einpfeifen. Kann dem Weltfrieden nur zuträglich sein.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben