Berliner Ansichten : Politbärometer

Sabine Beikler freut sich über viele Politiker als Tierpaten.

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Tierpatenschaften sind in der Politik in Mode gekommen: Sigmar Gabriel fand den jungen Eisbären Knut klimaschutzpolitisch so symbolträchtig, dass er 12 000 Euro Futterkosten gleich mit Steuergeldern bezahlte. Angela Merkel steht dagegen auf beutefixierte Seeadler, Petra Pau hat eine Schwäche für robuste Wollschweine, Friedbert Pflüger kümmerte sich 2006 um einen Pelikan namens „Angie“. Nomen war in dem Fall nicht Omen für den einstigen CDU-Hoffnungsträger. Seit Mittwoch ist Grünen-Politikerin Renate Künast Patin des kleinen Berliner Schwarzbären „Fargo“. Eine schwarz-grüne Liaison so kurz vor der NRW-Wahl? Das ist wahre Symbolpolitik, denn ausgeschlossen hat Künast Schwarz-Grün in Düsseldorf nicht. Es gehe doch nicht um die Farbe, sondern um den Bären, stellt Renate Künast schnell klar. Ein Bär könne ein Zeichen für eine starke Stadt sein, sagt sie. Das Lieblingstier von Klaus Wowereit ist übrigens der genügsame Pflanzenfresser Wombat. Der schaut auch bärenähnlich aus. Im Gegensatz zum Wombat ist der Schwarzbär nur am Anfang zutraulich. Wird er älter, ist er unberechenbarer. Wie die Grünen. Symbolisch betrachtet.

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