Berlin : Berliner Bäder Betriebe: Dürfen die Schwimmer doch noch ins Wasser?

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Hoffnung für Schwimmbad-Besucher: Die Berliner Bäder Betriebe (BBB) prüfen jetzt, die Mehrzahl der acht Frei- und Sommerbäder, die während der Sommersaison geschlossen bleiben sollten, nun doch zu öffnen. Dies werde nicht mit Hilfe von Pächtern und Sponsoren, sondern "durch innovative Ideen aus eigener Kraft" geschehen, sagte Edmund Brandt von den BBB gestern am Rande der Sitzung des Sportaussschusses im Abgeordnetenhaus. Genaueres war jedoch nicht zu erfahren. Die Finanzlage sei so angespannt, dass seit vergangenem Jahr Rechnungen nur verspätet oder noch gar nicht bezahlt werden konnten, sagte der "Leiter Badebetrieb" bei den BBB. Unterdessen warnten Sportstadträte während der Anhörung vor sozialen Problemen sowie Umweltschäden infolge von Schließungen. Betroffen seien die natürlichen Freibäder Grünau, Friedrichshagen, Wendenschloss, Tegel, Halensee und Jungfernheide sowie die Becken-Sommerbäder "Platsch" Marzahn sowie Humboldthain in Wedding.

Zum Thema TED: Freibäder: Sparen durch kürzere Öffnungszeiten? "Die Schwimmbäder sind derzeit das wichtigste kommunalpolitische Thema", sagte der Bürgermeister und Stadtrat Andreas Statzkowski (CDU) aus Charlottenburg-Wilmersdorf - zwei der vier Bäder seines Bezirks sollen geschlossen bleiben. "Entsetzt" zeigte sich Dieter Matz vom Sportamt Mitte darüber, dass man beim Humboldthain-Bad vor verschlossenen Türen stehen soll. 53 000 Besucher schwammen dort vergangenes Jahr. Bei den BBB hieß es dazu, es gebe zwei Sommerbäder im näheren Umfeld. Humboldthain sei mit sechstelligen Unterhaltungskosten "richtig teuer".

Im Freibad Friedrichshagen zahlten im Jahr 2000 nur 3800 Gäste Eintritt - mehr als doppelt so viele gehen an einem einzigen Sommertag ins Strandbad Wannsee. Wenn das Freibad Grünau (19 000 Gäste) geschlossen bleibe, würden die Besucher auf "wilde" Badestellen ausweichen, dort ohne Aufsicht schwimmen und Müll hinterlassen, erklärte Stadtrat Joachim Stahr (CDU) aus Treptow-Köpenick. Ein Vertreter der Gesundheitsverwaltung wies auf die gesetzliche Verpflichtung zur Überwachung von Badegewässern hin, die dann kaum einzuhalten sei. Der Grünen-Abgeordnete Dietmar Volk und Vertreter der anderen Parteien forderten erst ein Konzept für die 80 Bäder und ihre zuletzt 9,5 Millionen Besucher, bevor "die Zeiten verwirrend eingeschränkt werden". Brandt sagte dazu, es hätten zum 1. April über 40 Zeitarbeitsverträge beendet werden müssen, sonst hätte man die Mitarbeiter unbefristet übernehmen müssen.

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