Berliner Bäder : Schließung von Schwimmbädern vom Tisch

Der Chef der Berliner Bäderbetriebe Bested Hensing nimmt seine Ankündigung zurück, Schwimmbäder zu schließen. Der Umbau zu Spaßbädern ist aber wohl weiter in der Diskussion.

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Zwei Jungen im Schwimmbad
Schließungen von Schwimmbädern in Berlin sind offenbar vom Tisch.Foto: dpa

Seine Ankündigung, bis zu 14 Berliner Schwimmbäder schließen zu wollen, hatte vor einem Monat große Wellen geschlagen. Und Widerspruch unter anderem von Innen- und Sportsenator Frank Henkel (CDU) provoziert, der die ausreichende Versorgung mit Wasserflächen für das Schul- und Vereinsschwimmen forderte. Jetzt muss der neue Chef der landeseigenen Berliner Bäderbetriebe, Ole Bested Hensing, sein Reformkonzept für die Berliner Bäderlandschaft überarbeiten, wie am Freitagnachmittag nach der Sitzung des Bäder-Aufsichtsrates unter Leitung von Henkel bekannt wurde.

Die Schließung von Schwimmbädern in Berlin ist vom Tisch

Der Aufsichtsrat habe die konzeptionellen Vorstellungen des Bäderchefs „zur Kenntnis genommen“, sagte Senator Henkel. Allerdings seien diese jetzt noch mit der Verwaltung „abzustimmen“. Bei einer weiteren Aufsichtsratssitzung „in drei bis vier Monaten“ soll der Bäderchef das Ergebnis vorlegen. Wichtigstes Ziel sei, den Berlinern die Möglichkeit zu geben, Schwimmen gehen zu können und die Bäder für Vereine und Schulen zu erhalten und zu optimieren, sagte Henkel. Gefragt nach den vor einem Monat vom Bäderchef angekündigten Plänen, schlecht ausgelastete oder sanierungsbedürftige und kostenintensive Bäder dichtzumachen, sagte der Senator nach der Aufsichtsratssitzung: „Von Bäderschließungen war nicht die Rede.“

Reformkonzept des Bäderchefs weiter offen

Keine Angaben machten Henkel und die Bäderbetriebe zu einem anderen Teil von Bested Hensings Reformkonzept. Das sah vor, dass fünf zentral gelegene Sommerbäder zu wintertauglichen Allzweckbädern ausgebaut werden. Wegen Bested Hensings Äußerungen hatte es in den Bezirken Befürchtungen gegeben, dass Schulen und Vereine das Nachsehen haben. So sah Pankows Sportstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) die Gefahr, dass alte Hallen wie die wegen Sanierung geschlossene Schwimmhalle in der Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg für immer geschlossen bleiben, während die verbleibenden Hallen zu wenig Platz böten.
Andere Stadträte waren verärgert, von den Reformplänen hätten sie nur aus der Zeitung erfahren.

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