Berliner Bäder : Schwimmhalle für alle

Das Baudenkmal in der Finckensteinallee in Lichterfelde wird saniert – und ab 2013 erstmals für jedermann geöffnet.

von
Hell und groß. So soll die denkmalgeschützte Schwimmhalle Finckensteinallee nach der Sanierung aussehen.
Hell und groß. So soll die denkmalgeschützte Schwimmhalle Finckensteinallee nach der Sanierung aussehen.Foto: a-va Architekten

Jahrzehntelang durften nur Soldaten die Schwimmhalle Finckensteinallee in Lichterfelde benutzen, später folgten Schüler und Vereinssportler. Jetzt wird die einst größte Schwimmhalle Europas erstmals zur „Halle für alle“, wie es Vertreter der Berliner Bäderbetriebe am Freitag bei einem Rundgang für Abgeordnete aus dem Sportausschuss ausdrückten. Ab 2013 steht das Baudenkmal, das dann 75 Jahre alt wird, jedem offen.

Derzeit klafft ein großes Loch in der 20 Meter hohen Halle, das alte Schwimmbecken und der Sprungturm wurden bei der seit vorigem Sommer laufenden Sanierung abgetragen. Jetzt beginnt der Neubau des 50 Meter langen und 25 Meter breiten Beckens – das einzige gleich große Becken in Berlin hat die Schwimmhalle an der Landsberger Allee.

Aus Kostengründen wird das neue Becken allerdings nur noch zwei statt 4,50 Meter tief, und der Sprungturm entfällt. So kommt die Halle zum Beispiel nicht für den Erwerb des goldenen oder silbernen Jugendschwimmabzeichens infrage, wie Ausschussmitglieder bemängelten. Doch laut Bäderbetriebe-Sprecher Matthias Oloew wurden die Pläne mit der Sportverwaltung, dem Parlament und Interessenvertretern wie dem Landessportbund abgestimmt. Die Baustelle ist die größte und mit 11,27 Millionen Euro auch die teuerste im Bädersanierungsprogramm des Senats, das mehr als die Hälfte der Kosten deckt. Hinzu kommen EU-Umweltfördermittel für die energetische Sanierung. Die Anlage wird außerdem behindertengerecht gestaltet.

In der Nazizeit war das Bad neben einer Kaserne als „Schwimmhalle der Leibstandarte Adolf Hitler“ entstanden; am Eingang stehen bis heute zwei große Granitskulpturen, die nationalsozialistische „Idealmenschen“ darstellen. In den 50er Jahren machte die US-Armee die Kaserne zu den „Andrews Barracks“ und nutzte das Bad bis 1994. Dann ließ Steglitz-Zehlendorf dort Schulklassen und Vereinssportler trainieren. Schwimmvereine seien auch künftig die „wichtigste Nutzergruppe“, heißt es.

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben