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Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf : 120 Bäume sollen Flüchtlingsheim weichen - Arbeiten beginnen

In Berlin-Lankwitz sollen 120 alte Bäume für den Bau einer modularen Unterkunft für Geflüchtete gefällt werden. Kosten: 21 Millionen Euro. Montag geht's los.

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Gegen das Flüchtlingsheim richtet sich der Protest nicht – vorgeschlagen wird aber, das Heim parkschonend zu versetzen.
Gegen das Flüchtlingsheim richtet sich der Protest nicht – vorgeschlagen wird aber, das Heim parkschonend zu versetzen.Foto: Melanie Berger

In Lankwitz sind am Freitag die Arbeiter angerückt. Die Kettensägen kommen allerdings noch nicht zum Einsatz, das wird kommende Woche der Fall sein. "Am Montag beginnen die Arbeiten", teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Freitag mit. Wie Anwohner berichten, sollen auch Sicherheitsmänner eingetroffen sein auf dem Areal, das so umstritten ist im Bezirk.

Leonorepark, Lankwitz: Der Senat will hier modulare Flüchtlingsunterkünfte für 450 Menschen bauen. An den Stämmen klebten seit Tagen weiße Zettel. Ein schwarzes Kreuz war darauf gedruckt. Viele der bis zu hundert Jahre alten Bäume sollen abgeholzt werden. Die Gesamtkosten für den Neubau an der Stelle betragen laut Senat "ca. 21,3 Mio. € -  die Flüchtlingsunterkunft soll im Januar 2018 bezugsfertig sein". Modulare Unterkünfte haben eine Nutzungsdauer von mindestens 60 Jahren.

Fertigstellung: 2018. Kosten: 21 Millionen Euro

Der Park liegt friedlich zwischen einem Vivantes-Pflegeheim und schicken Neubauten im ruhigen Berliner Südwesten. Er wurde vor mehr als hundert Jahren vom Mediziner James Fraenkel angelegt. Nun sollen bis zu 120 Bäume weg - 44 davon stehen direkt im Park, für sie hat der Bezirk am Dienstag die Fällgenehmigung erteilt. Der Rest ist Teil eines Waldes dahinter, hier ist das Landesforstamt zuständig. Der Park würde damit um die Hälfte schrumpfen. Monatelang haben die Bürgerinitiativen „Zukunft Leonorenstraße“ und „Park Haus Leonore“ dafür gekämpft, das zu stoppen.

Sie haben nun einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt, um "eine Umplanung zu erreichen", wie es in einer Pressemitteilung am Freitag heißt. Sie fordern die Senatorinnen Katrin Lompscher (Stadtentwicklung und Wohnen) und Elke Breitenbach (Arbeit, Integration und Soziales) auf, mit dem fällen der Bäume bis zur Gerichtsentscheidung in wenigen Wochen zu warten.

Die Notunterkünfte für Flüchtlinge sollen schnell frei werden

Der Park wird vor allem von den Bewohnern des angrenzenden Pflegeheims genutzt. Das Gelände gehörte Vivantes, das Unternehmen verkaufte es an den Senat. „Es ist kein öffentlicher Park, es ist Baufläche. Darum gibt es aus rechtlicher Sicht hier keine Einwände“, sagte Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Immer noch leben Flüchtlinge in Turnhallen und in den Hangars am Tempelhofer Feld. Der neue Senat möchte diese Notunterkünfte so schnell wie möglich freiziehen.

Projekte wie in Lankwitz sollen dazu beitragen. Auch der Bezirk sieht sich hier in der Verantwortung. „Wir können nicht immer sagen, baut alle Unterkünfte in Marzahn oder Treptow-Köpenick, bei uns ist es zu schön und grün“, erklärt die zuständige Stadträtin Maren Schellenberg (Grüne). Allerdings versteht der Bezirk auch die Einwände aufgrund der Geschichte des Parks und der alten Bäume. Auch die Bürgerinitiativen sprachen sich nicht gegen das Flüchtlingsheim aus, sondern kritisierten, dass damit ein Erholungsraum für die Bewohner des Heims zerstört wird.

Alternativer Standort würde zu Verzögerung führen

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski von der CDU stellte sich lange gegen die Senatspläne. Am Ende stand ein Kompromiss. Indem die Unterkünfte anders angeordnet werden, konnte man einige alte Bäume retten. Unter anderem eine alte Eiche in der Mitte des Parks, die möglicherweise noch von James Fraenkel selbst gepflanzt worden sei, sagte Schellberg. Eingelenkt hat der Bezirk, weil der Senat sich sonst über ihre Köpfe hätte hinwegsetzen können. So habe man zumindest noch etwas herausgeschlagen.

Es gab Gespräche, die Unterkünfte auf einem anderen Teil des Geländes zu errichten. Dort, wo die Ruine eines früheren Casinos steht. Man müsste das Gebäude abreißen und diverse Prüfungen vornehmen. Das würde die für Ende 2017 geplante Fertigstellung aber um mehr als ein Jahr verzögern, heißt es vom Senat auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Oliver Friederici aus dem November. Die Arbeiten müssen bis 28. Februar abgeschlossen sein, sonst braucht es eine Sondergenehmigung, denn dann endet die Fällperiode.

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