Berlin : Berliner CDU: "Ich will keine Schlammschlachten" - Joachim Zeller im Interview

Warum haben Sie sich auch noch den Posten des CDU-

Joachim Zeller, der vorm Mauerfall an der Humboldt-Uni arbeitete, hat in der Union schnell Karriere gemacht: 1990 trat er in die CDU ein, wurde BVV-Mitglied, dann Stadtrat. Seit 1996 ist er Rathaus-Chef von Mitte.

Warum haben Sie sich auch noch den Posten des CDU-Generalsekretärs aufgebürdet?

Wo ich helfen darf, sagte ich selten nein. Meine Partei brauchte sehr kurzfristig einen neuen Generalsekretär. Diepgen und Steffel haben mich gefragt. Ich habe ja gesagt.

Hat Ihre Ost-Herkunft Bedeutung für die neue Aufgabe?

Ich denke schon. Auch wenn wir auf dem Weg zur inneren Einheit ein gutes Stück zurückgelegt haben, gibt es doch noch unterschiedliche Mentalitäten. Ich meine, beide Mentalitäten hier vermitteln zu können.

Ihr Vorgänger Schmitt galt als Wadenbeißer. Sind Sie mehr Sekretär als General?

In der Funktion als Generalsekretär geht man sowohl dem Landesvorsitzenden als auch jetzt dem Spitzenkandidaten zur Hand. Ich bin kein Polterer. Ich will im Wahlkampf keine Schlammschlachten und keine persönlichen Diffamierungen. Die Wähler wollen zu Recht klare Aussagen, aber keine Schläge unter die Gürtellinie.

Wo sehen Sie Ihre Aufgaben?

Ich muss mich schnell in das Wahlkampfteam Steffel/Diepgen einbinden und mit dem Landesgeschäftsführer der Organisation der Parteizentrale widmen. Das alles natürlich im Ehrenamt, ohne meine Pflicht als Bezirksbürgermeister zu vernachlässigen.

Schadet es nicht Ihrem Wahlkampf mit dem Amtsbonus, dass nun Ihre Parteistimme so großes Gewicht hat?

In Wahlkämpfen ist das Amt schlecht von der Partei zu trennen. Ich kämpfe darum, Bezirksbürgermeister zu bleiben. Ich meine aber, meine Erfahrung als Bürgermeister eines Ost-West-Bezirks jetzt noch stärker in den Wahlkampf der Union einbringen zu können.

Das Gespräch führte Brigitte Grunert

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