Berlin : Berliner CDU: Von Tag zu Tag: Doppelspitze

Gerd Nowakowski

Die neue Kraft hat sich gegen die alte Macht durchgesetzt, der CDU-Spitzenkandidat Frank Steffel gegen den Landesvorsitzenden Eberhard Diepgen. Mittes Bürgermeister Joachim Zeller vorzuschlagen, ist ein geschickter Zug von Frank Steffel. Es unterstreicht den Willen zu einem wirklichen Generationswechsel. Der von Diepgen vorgeschlagenen früheren Staatssekretärin Verena Butalikakis hängt dagegen nach, doppelt kassiert zu haben; versehentlich. Diesen abgestandenen Geruch des filzigen West-Berlins kann Steffel nun wirklich nicht gebrauchen.

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Berlin vor der Wahl Der Ost-Mann Zeller, der auch im Westen gut ankommt, untermauert den Anspruch der CDU, Gesamtberliner Partei zu sein und die innere Einheit zu vollenden. Zeller hat sich nie gescheut, auch gegen die eigene Partei Position zu beziehen - etwa gegen den Bau der von Diepgen favorisierten "Kanzler-U-Bahn" oder für die Ehrung der Revolution vom 18. März 1848 mit einem Platz am Brandenburger Tor. Ein Generalsekretär Zeller, pragmatisch und offen über Parteigrenzen hinweg, ist ein wohltuender Wechsel nach dem pöbelnden Haudrauf Ingo Schmitt.

Die Ernennung Zellers wertet das heruntergekommene Amt auf, das lieblos wahrgenommen wurde, und gerade gut genug war, den Diepgen-Gegnern um Schmitt als Feld des innerparteilichen Muskelspiels zu dienen. Bürgermeister Zeller dagegen hat die Statur, um für den 21. Oktober neben Steffel der zweite Spitzenkandidat zu sein. Das ist ein respektables Angebot an die Stadt. Und ein Signal für die Zukunft? Schließlich ist Zeller in Mitte von einem schwarz-grünen Bündnis ins Amt gewählt worden.

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