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Berliner CDU vor der Bundestagswahl : Heilmann setzt sich in Kampfkandidatur durch

Die Berliner CDU-Landesvorsitzende Grütters wird die Landesliste für die Bundestagswahl anführen. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen setzte sich Heilmann gegen Gröhler durch.

Werner van Bebber
Monika Grütters, Vorsitzende der Berliner CDU, eröffnet am Samstag die Delegiertenversammlung der Berliner CDU.
Monika Grütters, Vorsitzende der Berliner CDU, eröffnet am Samstag die Delegiertenversammlung der Berliner CDU.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Die Berliner CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters ist am Samstagvormittag auf Platz eins der Landesliste der Union für die Bundestagswahl am 24. September gewählt worden. Sie erhielt 88 Prozent der 237 gültigen Stimmen der Delegiertenversammlung. Nach ihrer Wahl sagte Grütters: "Ich bedanke mich für diesen starken Auftritt. Jetzt machen wir einfach weiter so." Zuvor hatte sie die Partei zur Einigkeit aufgerufen, dabei verwies sie auch auf die SPD, in der es mit dem neuen Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten Martin Schulz eine neue große Geschlossenheit gebe. Der "Schulz-Hype" mache furchtbar deutlich, "wie wichtig Geschlossenheit ist und wie stark sie nach innen und außen wirkt", sagte Grütters.

Die Landesvorsitzende braucht die Absicherung über die Landesliste. Sie kandidiert im Wahlkreis 085 Marzahn-Hellersdorf, dem Heimatbezirk der Linkspolitikerin Petra Pau. Diese hat den Wahlkreis fünfmal direkt gewonnen.

Ein deutlich schlechteres Ergebnis als Grütters erzielte der Spandauer Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Kai Wegner. Der frühere Generalsekretär der Berliner Union wurde mit 68,4 Prozent der Stimmen auf Platz zwei gewählt. Den Listenplatz drei holte souverän der Jan-Marco Luczak (Tempelhof-Schöneberg), der seit zwei Legislaturperioden im Bundestag sitzt, mit 83,2 Prozent. Etwas bangen musste der CDU-Kreisvorsitzende von Steglitz-Zehlendorf Thomas Heilmann. Er war auf der Vorschlagsliste des Landesvorstands für Platz vier nominiert. Aber Klaus-Dieter Gröhler (Charlottenburg-Wilmersdorf), der auf der Liste auf Platz sieben gesetzt war, kandidierte ebenfalls für diese Position. Im ersten Wahlgang lagen beide Kopf an Kopf - Gröhler hatte 116 Stimmen, Heilmann 115. Im zweiten Wahlgang setzte sich Heilmann mit 121 Stimmen durch. Der Spandauer Kai Wegner hatte zuvor für Heilmann geworben. Dieser sei ein Quer- und ein Vordenker. Demgegenüber sagte Carola Zart, mittelständische Unternehmerin aus Gröhlers Heimatbezirk: Heilmann habe es geschafft, sein positives Image bei den Unternehmern der Stadt in kurzer Zeit "zu demontieren". Heilmann hatte sich in seinem Kreisverband erst am vergangenen Sonntag gegen den bisherigen Direktbewerber Karl-Georg Wellmann durchgesetzt.

Platz fünf holte Gottfried Ludewig (Pankow); Philipp Lengsfeld, der ebenfalls kandidierte hatte, unterlag. Für den Platz sechs trat Christina Schwarzer (Neukölln) ohne Gegenkandidaten an.

Frank Henkel soll nicht auf die Liste

Frank Henkel, Innensenator der Jahre 2011 bis 2016 und Bundestagskandidat im Wahlkreis Mitte, soll dem Vorschlag des Vorstands zufolge nicht auf der Liste abgesichert werden. In der Partei hieß es, eine Mehrheit für Henkel sei überhaupt nicht abzusehen. Der Spitzenkandidat von 2011 und Grütters’ Vorgänger als Landesvorsitzender kann auf der Landesvertreterversammlung an diesem Sonnabend eine Kampfkandidatur wagen.

Parteiintern rechnet die Berliner CDU mit sieben Bundestagsmandaten. Bei der Wahl 2013 waren neun Mandate auf Kandidaten der Berliner CDU entfallen. Damals hatte zum Beispiel Gröhler das Direktmandat in Charlottenburg-Wilmersdorf gewonnen.

Vor dem Wahlkampf 2017 sieht es so aus, als könnten CDU-Kandidaten allenfalls in zwei Wahlkreisen, in Reinickendorf und in Steglitz-Zehlendorf, Mandate direkt gewinnen. In diesen beiden Wahlkreisen hat die CDU dem Wahlforschungsinstitut election.de zufolge einen Vorsprung. In Reinickendorf tritt der Unternehmer Frank Steffel an. Er hat den Wahlkreis 2009 und 2013 direkt gewonnen und will keinen Listenplatz.

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