BERLINER Chronik : 11. Februar 1988

Vor 25 Jahren wurden längere Besuche von West-Berlinern im Osten ermöglicht.

Der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker und der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen haben im Schloss Schönhausen in Pankow eine längere Unterredung. Honecker sagt zu, dass West-Berliner ihre Tagesbesuche in Ost-Berlin von zwei Uhr bis 24 Uhr des folgenden Tages ausdehnen dürfen, also dort übernachten können. Für den „kleinen Grenzverkehr“ zwischen west- und ostdeutschen Grenzorten gilt dies bereits seit 1984. Ferner verabreden Honecker und Diepgen kommunale Kontakte von Spandau und Nauen sowie Zehlendorf und Königs Wusterhausen. Die seit 1983 dauernden Verhandlungen über den Gebietsaustausch an der Mauer sollen nun zügig abgeschlossen werden.

Da West-Berlin mehr Quadratmeter erhält als es abgibt, muss der Senat 76 Millionen DM Ausgleich an die DDR zahlen. Diepgen wertet die Ergebnisse als „wichtigen Schritt nach vorn". Vertreter aller Parteien stimmen ihm zu. Den ersten und bisher einzigen Besuch bei Honecker in Ost-Berlin machte 1983 Diepgens Vorgänger Richard von Weizsäcker. Zuvor war ein Besuch des Regierenden Bürgermeisters aus Gründen des Viermächte- Status tabu. Gru

0 Kommentare

Neuester Kommentar