BERLINER Chronik : 11. Oktober 1990

West-Berlins Arbeitsmarkt unter Druck, die Renten im Osten sollen steigen

Die Zahl der legalen Berufspendler aus dem Ostteil Berlins und dem Umland, die im Westteil der Stadt ihren Arbeitsplatz haben, steigt ständig. Laut Umfrage bei den Finanzämtern waren es im September bereits 33 000, im August 15 000. Der Arbeitslosenverband Ost schätzt, dass überdies derzeit etwa 55 000 Schwarzarbeiter aus Ostberlin und Brandenburg einer Beschäftigung in West-Berlin nachgehen.

Die 2,7 Millionen Renten in Ostdeutschland sollen zum 1. Januar 1991 um 15 Prozent aufgestockt werden. Dies kündigten Bundesarbeitsminister Norbert Blüm und Bundesfinanzminister Theo Waigel an. Für den 1. Juli 1991 sei eine weitere Rentensteigerung im Osten vorgesehen, die Höhe stehe allerdings noch nicht fest. Die mehr als 14 Millionen Renten im Westen sollen hingegen zum 1. Juli um 5,1 Prozent erhöht werden. Mit der Währungs- und Sozialunion waren die Renten für damalige DDR-Bürger zum 1. Juli dieses Jahres so festgesetzt worden, dass man einen Mindestbetrag von 495 DM errechnet hatte. Gru

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