BERLINER Chronik : 12. April 1987

DDR-Friedensaktivisten kontra SED West-FDP zu Gast bei Honecker.

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In einem Offenen Brief an den SED-Chef und Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker fordert die Friedensbewegung der DDR „eine ständige öffentliche Volksaussprache im Geist der uneingeschränkten Wahrheitsfindung“. Der Brief wird am Ende eines zweitägigen Friedensseminars im sächsischen Meißen formuliert. An diesem bereits zweiten Friedenstreffen unter dem Motto „Neues Denken in der Politik“ nehmen 400 Personen teil, meist junge Leute. In dem Offenen Brief wird die neue „Offenheit des Denkens“ in der Sowjetunion unter dem KPdSU-Chef Michail Gorbatschow lebhaft begrüßt und beklagt, dass es in der DDR daran mangelt.

Honecker empfängt in Ost-Berlin den FDP-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Wolfgang Mischnick, zu einer Unterredung. Mischnick war zuvor Gast auf dem Parteitag der Liberaldemokratischen Partei (LDPD), wo er sich für offizielle Kontakte des Bundestages und der Volkskammer aussprach. Auch die Kontakte zwischen FDP und LDPD seien „ausbaufähig“. Brigitte Grunert

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