Berlin : Berliner Chronik: 13. Oktober 1975

Der Marienfelder Dorfanger ist eine Oase inmitten des Umfeldes einer durch planlose Baupolitik und rücksichtslose Industrieansiedlung arg zerschundenen Stadtlandschaft. Er ist in seiner Struktur noch so gut wie vollständig vorhanden, auch seine Bausubstanz - wenn auch aus verschiedenen Zeitabschnitten - ist noch in ansehnlicher Verfassung. Allein sechs Bürgerhäuser stehen offiziell unter Denkmalschutz (die Häuser 17-21, 21a, 27, 28 Gasthof "Zur Grünen Linde", 37 und 47), dazu und vor allem die Kirche. Diese Kirche ist die älteste Berlins, sie gehört sicherlich zu den ältesten Bauten der Mittelmark. Entstanden ist sie zu Beginn des 13. Jahrhunderts (um 1220); ein paar Jahrzehnte vor der benachbarten Buckower Dorfkirche. Der Bau ist vollständig aus sorgfältig bearbeiteten, rötlichen Findlings-Granitquadern (wer Granit kennt, weiß, was das bedeutet) errichtet und bietet ein hervorragendes Beispiel sowohl für die spätromanische Baukunst der Mittelmark als auch für die handwerklichen Qualitäten der Bauleute.

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