BERLINER Chronik : 14. September 1983

Vor 25 Jahren berichteten wir über Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst Berlins sollen zum 1. Januar 1984 insgesamt 528 Stellen wegfallen. Dem Beschluß waren Gespräche zwischen Innensenator Lummer und den einzelnen Senatoren „unter aufgabenkritischen Gesichtspunkten“ vorausgegangen. Die Streichungen betreffen die nach dem Regierungsprogramm von 1981 vorgesehene „Rate“ für das nächste Jahr. Durch den Wegfall der Stellen sollen jährlich 18 Millionen DM im Landeshaushalt eingespart werden. Davon sind 372 Stellen zum Jahresende bereits nicht mehr besetzt. Die restlichen erhalten einen sogenannten kw-Vermerk („kann wegfallen“). Das bedeutet, daß die Mitarbeiter entsprechend ihrer Ausbildung an anderer Stelle im öffentlichen Dienst untergebracht werden können. Der Senatssprecher unterstrich in diesem Zusammenhang die Politik des Senats, daß im öffentlichen Dienst der Stadt niemand entlassen werde.

Auch heute werden noch Stellen im öffentlichen Dienst abgebaut – allein seit Mitte der Neunziger waren es mehr als 80 000. Wer heute eine Stelle mit kw-Vermerk hat, kommt in den Stellenpool des Landes. Gespart werden muss härter denn je: Deswegen haben öffentlich Bedienstete seit Jahren Gehaltseinbußen, die sie jetzt aber nicht länger hinnehmen wollen. Ab Montag streiken sie wieder.

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