BERLINER Chronik : 15. Dezember 1990 Ein Relief vor der Deutschen Oper

erinnert an Benno Ohnesorg

Behelmte Polizisten auf dem Relief. F: dpa
Behelmte Polizisten auf dem Relief. F: dpaFoto: picture-alliance/ dpa

Vor dem U-Bahnhof Deutsche Oper wird ein Bronzerelief „Der Tod des Demonstranten“ angebracht. Das Werk des Bildhauers Alfred Hrdlicka zeigt Polizisten mit Helmen und Schlagstöcken, die sich über eine am Boden liegende Person beugen. Es erinnert an Benno Ohnesorg, den der Polizist Karl-Heinz Kurras vor der Oper am 2. Juni 1967 bei der Protestdemonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien erschossen hatte. Der Künstler verzichtet auf das Honorar, die Kosten für die Herstellung und Anbringung des Reliefs, 100 000 DM, tragen der Senat und das Bezirksamt Charlottenburg.

Die Bundesregierung ersucht die Sowjetunion förmlich um die Überstellung des ehemaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden und SED-Chefs Erich Honecker an die deutsche Justiz, das heißt, in die Untersuchungshaftanstalt Moabit. Staatssekretär Sudhoff vom Bundesaußenministerium übergibt dem sowjetischen Botschafter Terechow das Gesuch, der es nach Moskau weiterleiten muss. Da Honecker im sowjetischen Militärhospital in Beelitz lebt, kann der Haftbefehl, der vor zwei Wochen gegen ihn wegen des Schießbefehls an der Mauer erging, nicht ohne Zustimmung Moskaus vollstreckt werden. Gru

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