BERLINER Chronik : 15. Juli 1987

Zweimal West-Berlin-Besuch: Honecker und ein fliegender Flüchtling.

Ein Flugschüler aus der DDR landet auf dem britischen Militärflughafen Gatow in West-Berlin und meldet sich als Flüchtling. Für den Tiefflug vom etwa 30 Kilometer entfernten Flugplatz Schönhagen bei Trebbin in einer einmotorigen Sportmaschine mit DDR-Kennzeichen brauchte er 15 Minuten. Der 18-jährige Magdeburger gibt bei seiner Vernehmung als Fluchtgrund Unzufriedenheit mit dem politischen System der DDR an. Gegen ihn wird wegen „des Verachts der unbefugten Benutzung eines Motorflugzeugs“ ermittelt.

Zeitgleich kündigen das Kanzleramt und die DDR-Nachrichtenagentur ADN den offiziellen Besuch des DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in der Bundesrepublik vom 7. bis 11. September an. Die Einladung von Bundeskanzler Helmut Kohl erging bereits 1981. Honecker wird als Staatsgast im Schloss Gymnich wohnen und außer Bonn auch andere Städte besuchen, so Trier (Gedenkstätte Karl Marx) und Wiebelskirchen im Saarland, wo er aufgewachsen ist. Gru.

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