BERLINER Chronik : 19. Februar 1983

Vor 25 Jahren berichteten wir über gefährdete Arten in Berlin

Ausgestorben oder gefährdet sind in Berlin knapp 50 Prozent aller Pflanzenarten und mehr als 50 Prozent aller Tierarten. Der Landesbeauftragte für Naturschutz, Herbert Sukopp, hat mit 35 Botanikern und Zoologen zusammen die „Rote Liste“ erarbeitet, die Auskunft über den Zustand von Flora und Fauna in Berlin gibt. Trotz der negativen Erkenntnisse, die diese Untersuchung als Grundlage des geplanten Artenschutzprogramms für Berlin gebracht hat, zog er auch einen positiven Schluß: „Es lebt noch erstaunlich viel in der Stadt.“

Die Monotonie landwirtschaftlich genutzter Flächen könne mehr in der Natur zerstören als die innerstädtische Belastung. Am stärksten gefährdet sind alle Tiere und Pflanzen, die vom Wasser abhängen. Stehende und fließende Gewässer mit ihren Uferzonen, Moore und Feuchtgebiete sind häufig entweder durch erholungssuchende Großstädter zerstört oder durch Grundwassersenkungen ausgetrocknet. Deshalb ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nach den Worten von Senator Hassemer bestrebt, diese Lebensräume wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Bis heute gibt es die Roten Listen, derzeit ist über die Hälfte des Artenbestandes darauf verzeichnet, darunter: Farn- und Blütenpflanzen (43 Prozent), Moose (77 Prozent), Säugetiere (55 Prozent). Im Internet unter www.stadtentwicklung.berlin.de

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