Berlin : Berliner Chronik: 19. Oktober 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

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Am 1. November beginnt die Berliner Polizei mit einem halbjährigen Praxistest der bereits in anderen Bundesländern verwendeten "Chemical mace" (chemische Keule). 200 Geräte werden an Polizisten ausgegeben, die im Einzeldienst eingesetzt sind. Der umstrittene Versuch mit den Tränengas-Sprühgeräten war von Polizeipräsident Hübner bereits im August des vergangenen Jahres angekündigt worden. Der Beginn verzögerte sich zunächst durch die fehlende Zustimmung der Alliierten, die erst im Frühjahr dieses Jahres gegeben wurde, und durch Lieferschwierigkeiten. Umstritten ist der Einsatz dieses Tränengasgerätes - einem Lösungsmittelgemisch sind 0,9 Prozent Chlor-Azetophenon beigemengt -, weil bei toxikologischen Untersuchungen festgestellt wurde, daß Gewebsschädigungen der Augen nicht ausgeschlossen werden können, wenn der Flüssigkeitsstrahl aus zu kurzer Distanz in die Augen gespritzt wird. Gewollt sind Erscheinungen wie starker Tränenfluß, Nasenreiz, und auftreten kann unter Umständen auch Hautbrennen.

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