BERLINER Chronik : 2. April 1983

Vor 25 Jahren berichteten wir über Streit um Sozialhilfeempfänger

Als „entwürdigenden Vorschlag“ kritisierte gestern die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Anke Brunn, die Pläne von Sozialsenator Ulf Fink (CDU), Sozialhilfeempfänger zu gemeinnützigen Arbeiten heranzuziehen. Die steigende Zahl der Sozialhilfeempfänger sei eine „bedrückende Folgeerscheinung“ der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit und der Bonner Spargesetze, wonach die Zeitdauer der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosengeld eingeschränkt werde, erklärte Frau Brunn. In diesem Zusammenhang sei es „zynisch“, wenn Fink sein „Pflichtarbeitsprogramm“ ausdrücklich so entwürdigend ausgestalten wolle, daß Sozialhilfeberechtigte lieber ganz auf die ihnen zustehende Hilfe verzichten sollen. Fink nutze damit das „primitive Vorurteil“, die Zunahme der Sozialhilfeempfänger sei auf eine Zunahme von Drückebergern zurückzuführen. Frau Brunn forderte den Senat auf, die Vorstellungen Finks abzulehnen.

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