BERLINER Chronik : 2. Februar 1987

Die DDR-Führung will keine Reformen Rechtsextreme in Spandau festgenommen.

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Bei seinem „Freundschaftsbesuch“ in Ost-Berlin erläutert der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse dem SED-Chef Erich Honecker den Demokratisierungskurs Gorbatschows. Beide betonen laut Ost-Presse, dass die „brüderliche Verbundenheit zwischen der SED und der KPdSU, der DDR und der UdSSR fester denn je ist“.

Honecker erklärt seine „hohe Wertschätzung für das konstruktive und kühne Herangehen der UdSSR an die Erörterung der Lebensfragen der Menschheit“, gibt aber zu verstehen, dass die DDR ihrerseits nicht an Reformen denke: „Auf dem Weg der umfassenden Intensivierung wird der Kurs der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik konsequent beibehalten.“

In Spandau hat die Polizei der West-Presse zufolge eine Versammlung der rechtsextremen „Freiheitlichen Arbeiterpartei“ (FAP) aufgelöst und 98 Teilnehmer festgenommen, darunter 48 Westdeutsche. Weitere sieben Festnahmen erfolgten bei 61Wohnungsdurchsuchungen in Berlin und im Bundesgebiet. Es besteht der Verdacht, dass die FAP, die zur Bundestagswahl zugelassen war, eine von den Alliierten verbotene Nachfolgeorganisation der NSDAP ist. Brigitte Grunert

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