BERLINER Chronik : 2. Mai 1990

Die beiden Regierungen beschließen das Ende der Ost-Mark

Die Bundesregierung und die DDR-Regierung einigen sich auf die Eckpunkte der Währungsunion. Vom 2. Juli an wird es also keine DDR-Mark mehr geben, sondern nur noch die D-Mark. Im Osten werden Löhne, Gehälter, Stipendien, Mieten und Pachten 1:1 auf die West-Mark umgestellt. Sparbeträge werden bis zu einer bestimmten Höhe pro Kopf 1:1 umgetauscht. Für Kinder bis zu 14 Jahren sind das 2000 Mark, für Personen bis zum 59. Lebensjahr 4000 Mark und für die Älteren 6000 Mark. Darüber hinausgehende Sparbeträge müssen zum Kurs 2:1 in West-Mark eingewechselt werden. Nach dem ursprünglichen Angebot der Bundesregierung sollte jeder DDR-Bürger unabhängig vom Alter 4000 Mark 1:1 umtauschen können, doch hat die DDR-Regierung schließlich die Differenzierung erreicht. Das Rentensystem der DDR wird dem der Bundesrepublik angepasst. Das bedeutet, dass die Rente nach 45 Versicherungsjahren 70 Prozent vom durchschnittlichen Arbeitsverdienst betragen soll. Soweit diese Rechnung nicht aufgeht, wird die bisherige Höhe der Rente in D-Mark garantiert, denn niemand soll weniger Rente in West- als in Ostgeld erhalten. Gru

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