Berlin : Berliner Chronik: 2. November 1975

Wer hätte 1950 daran gedacht, daß König Georgs VI. von England nobles Geschenk einmal Probleme mit sich bringen würde? Themse- und auch Schweizer Schwäne sollten damals die nach dem Krieg so gut wie augerotteten Tiere auf der Havel und den vielen Seen der Stadt ersetzen. Inzwischen haben sich die Schwäne so stark vermehrt, daß das Landesforstamt seit 1969 Schwäne einfängt und an Interessenten in der Bundesrepublik und im Ausland versendet. Insgesamt 493 Tiere wurden bisher zwangsverschickt. Auf der Havel sind sie nicht nur untereinander unverträglich geworden - immerhin verteidigt ein Schwanenpaar in der Brutzeit ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern gegen fremde Brutversuche -, sondern sie bereiten auch dem Landesforstamt und den Wasserwerken Sorgen. Sie gefährden an einigen Stellen den Schilfbestand, der für den biologischen Haushalt der Gewässer von entscheidender Bedeutung ist, und ihr Kot verunreinigt das Grundwasser.

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