Berlin : Berliner Chronik: 20. Juli 1961

I.B.

Von Tag zu Tag zum Mauerbau:

Die internationale Berlin-Krise schwelt weiter. Erst einen Tag nach den West-Berliner Zeitungen reagieren auch die Ost-Berliner Blätter auf die Note der Alliierten, mit der die sowjetischen Seite vor einseitigen Schritten in Bezug auf Friedensvertrag und West-Berlin gewarnt wird. Das "Neue Deutschland" macht auf mit der Schlagzeile "Westmächte leisten Bonner Kriegstreibern gefährlichen Vorschub" und zitiert Walter Ulbricht: "Es wird ein Friedensvertrag abgeschlossen werden, entweder mit beiden deutschen Staaten oder - wenn die Westmächte nicht mitmachen - allein mit der Deutschen Demokratischen Republik. Dadurch wird auch der Status von Westberlin neu geregelt."

Die Angst vor einem Krieg um West-Berlin wächst. "Kennedy wird noch deutlicher", titelt der Tagesspiegel. Der amerikanische Präsident kündigt an, "daß er dem Kongreß Empfehlungen über eine Erhöhung der amerikanischen Verteidigungsbereitschaft vorlegen werde. Damit solle Vorsorge getroffen werden für den Fall, daß es nicht gelinge, die Berlin-Krise auf diplomatischem Wege zu bereinigen." Am selben Tag bezeichnete NATO-Generalsekretär Stikker das Berlin-Problem als das "wahrscheinlich potentiell gefährlichste Element in der Auseiandersetzung zwischen Ost und West", berichtet der Tagesspiegel.

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