Berlin : Berliner Chronik: 20. Mai 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

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Die Stadtälteste von Berlin und langjährige Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Jeanette Wolff ist nach längerer schwerer Krankheit im 88. Lebensjahr gestorben. Diese Mitteilung machte die Jüdische Gemeinde. Jeanette Wolff gehörte zu den profiliertesten Nachkriegs-Politikerinnen in Berlin. Anläßlich ihres 85. Geburtstages erhielt sie 1973 die höchste Ehrung der Stadt, die Ernst-Reuter-Plakette in Silber. Die aus Bocholt stammende, streitbare und engagierte Politikerin wurde 1933 als Sozialdemokratin sofort von den Nazis verhaftet. Im Jahre 1938 wurde sie mit ihrer Familie deportiert; ihr Mann und zwei Töchter kamen um. Unmittelbar nach Kriegsende nahm sie ihre Arbeit in Berlin auf. Sie wirkte zunächst in der Stadtverordnetenversammlung und setzte sich entschlossen gegen die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur Wehr. Nahezu zehn Jahre gehörte sie später dem Bundestag an. In der Jüdischen Gemeinde arbeitete sie ebenfalls aktiv und an verantwortlicher Stelle mit.

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