Berlin : Berliner Chronik: 21. April 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Belästigungen durch anonyme Telefonanrufe müssen hingenommen werden, wenn sie nicht in erheblichem Umfange erfolgen. Das ergibt sich aus dem Prozess einer Berlinerin, die wegen solcher Belästigungen von der Landespostdirektion Berlin verlangte, nicht in das amtliche Fernsprechbuch eingetragen zu werden. Die Klägerin war lange Zeit hindurch täglich anonym per Telefon belästigt worden. Vor Gericht unterlag sie in allen Instanzen. Das Bundesverwaltungsgericht erklärte in seinem Beschluß, die Klägerin könnte die Nichteintragung in das amtliche Fernsprechbuch nicht verlangen, wenn die Gefahr künftiger Belästigungen nicht erheblich sei. Wie ein Sprecher der Landespostdirektion dpa auf Anfrage sagte, übt die Post ihr Ermessen, Ausnahmen von der Eintragung in das Fernsprechbuch zu gestatten, begrenzt aus, weil die Nichteintragung nicht nur den Fernsprechverkehr beschränke, sondern die Nummern-Sucher auch die Telefonauskunft zusätzlich beanspruchten. Im allgemeinen würden nur besonders bekannte Personen des öffentlichen Lebens, etwa Politiker und Künstler, auf ihren Wunsch nicht eingetragen.

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