Berlin : Berliner Chronik: 22. April 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Mit einem Schreiben an die Deutsche Presseagentur (dpa) haben sich jetzt die unbekannten Täter gemeldet, die am Karfreitag in Obdachlosenheimen aller Bezirke und in einigen Wohnhäusern gefälschte Anrechtscheine der Senatssozialverwaltung für Nahrungs- und Genußmittel verteilt hatten. In dem Schreiben wird betont, diese Aktion sei nur ein Anfang. 180 dieser gefälschten Gutscheine im Wert von je 100 Mark wurden bisher in Geschäften eingelöst. In der dem Berliner dpa-Landesbüro übermittelten Erklärung heißt es unter anderem: "Wir sind der Meinung, wie die Genossen in Italien, Frankreich und Südamerika, daß auch in der BRD den Armen das gegeben werden muß, was die Reichen ihnen nehmen, bis sie es sich selber holen. Friede den Hütten, Krieg den Palästen!" Nach Angaben des Leiters des polizeilichen Staatsschutzes, Kriminaldirektor Manfred Kittlaus, liegen bisher noch keine Ergebnisse der laufenden Ermittlungen vor. Es gebe jedoch Ansatzpunkte. Die gefälschten Schreiben - für den Bestellschein wurden offenbar nicht mehr verwendete Originalformulare aus dem Jahre 1964 benutzt - würden gegenwärtig von Sachverständigen untersucht. Kittlaus sprach von einer "neuen Form terroristischer Taten". Er verwies auf die vor einiger Zeit aufgetauchten gefälschten Sammelfahrscheine der städtischen Verkehrsbetriebe BVG.

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