BERLINER Chronik : 22. Januar 1987

Winternöte: Der Westen hilft dem Osten mit Kohle aus.

Auf Wunsch der DDR werden die Kohlelieferungen aus der Bundesrepublik von 200 000 auf 500 000 Tonnen im Jahr erhöht. Das hat mit der problematischen Energieversorgungslage zu tun. Vertreter der Bundesregierung und der DDR-Regierung unterzeichnen die Änderung des Rahmenvertrages. 1986 hat die DDR statt 200 000 Tonnen sogar 766 000 Tonnen Kohle aus Westdeutschland bezogen. Bezahlt wird im innerdeutschen Handel in Verrechnungseinheiten (VE), eine VE entspricht einer DM.

Am Wochenende werden in vielen DDR-Betrieben Sonderschichten eingelegt, um Produktionsrückstände aufzuholen, die wegen Einschränkungen der Energieversorgung aufgrund der extremen Kälte entstanden sind. Vorübergehend wurden auch Schulen geschlossen, die Kinder an andere Schulen verteilt. Inzwischen behindern dichter Nebel, Sprühregen und Glatteis massiv den Verkehr. Sämtliche DDR-Flughäfen sind geschlossen. Im Westen sind zahlreiche Flüge gestrichen. Einige Maschinen kreisen über Tegel und müssen umkehren, weil sie nicht landen können. Brigitte Grunert

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